CK >^ '6 f ?f V • ■?* j r.Trf* -• c^'*^ ^s i %i r^ '■•■^ 'rfJT 4.^ M/V*/^ t^/zs ff-tf^\. ^ ^ '^ /^^-/'.V^^^^^^^^^^^ Marine Biological Laboratory WOODS HOLE. MASSACHUSETTS IN MEMORY OF Edward Gardiner Gardiner 1854-1907 /?^^^S~ M A^^ Beiträge zur Natnrgeschiclite der Turbcllaricii Dr. Max Sigiiiimd Sehultzo, PrOKPctiir iiml l'rivatiloieiit zu firi'ifswalil. Erste Abtlibiliiiig. .Vlil sielieii zum Theil colnrirten Kiipfei'tat'elii. Grcifswald 1851. C. A. Koch's Verlagshainllnii«;;. (Theod. Kunike.) 5 2 f 3 V o r w o r t. 1^ achsleliende Beobachtungen über die Turbellarien sind im Jahre 1848 be- gonnen, und bisher mit nur kurzen Unterbrechungen fortgesetzt worden. Besonders sind es die kleinen, den Rhabdocoelen angehörigen F'ormen gewesen, welchen ich meine Aufmerksamkeit zuwandte, und ihnen ist der grösste Theil des Folgen- den gewidmet. Erst seit Kurzem hat man angefangen, gegründet auf mikrosko- pische Untersuchungen, den feineren Bau dieser kleinen, unsere Gewässer in zahlreichen Arten bevölkernden Thiere darzulegen, die Species genau zu unter- scheiden, und übersichtliche Zusammenstellungen derselben zu versuchen. Nach dem Vorgänge von Duge.s und Ehrenher^ sind es Örsled und besonders O. Schmidt gewesen, welche hier Bahn gebrochen haben. Jeder dieser Forscher ist durch Auffindung interessanter anatomischer Thatsachen, neuer Gesichtspunkte für die systematische Uebersicht und vieler noch unbeschriebener Arten reich belohnt worden. Auch mir hat, begünstigt durch den Aufenthalt in einer sowohl an ste- henden Gewässern reichen, als auch der Ostsee benachbarten Gegend, ein bedeu- tendes Material vorgelegen, und ich überlasse es dem Urtheil der Sachverstän- digen , ob es mir gelungen , in Folgendem dasselbe zum Nutzen der Wissenschaft zu verwenden. Von den fielen von mir aufgefundenen neuen Species habe ich nur erst den kleineren Theil beschrieben. Ich zog es zunächst vor, wo ich konnte, die Lücken in schon vorhandenen Beschreibungen zu ergänzen, oder Unrichtigkeiten derselben zu verbessern. Eine zweite Abtheilung wird als Fortsetzung der vor- liegenden bald nachfolgen. Der histologische Theil ist der jüngste der Arbeit. Die rhabdocoelen Turbellarien besitzen die homogene Körpersubstanz der Infusorien. Die Differen- zirung von Haut, Muskel, Nerv etc., welche bei letzteren noch ganz zurücksteht, hat hier zwar begonnen, ist aber auf niederer Stufe stehen geblieben. Bei den IV grossen Schwierigkeiten, welche die Untersuchungen derartiger Gewebe darbieten, inuss ich für diesen Theil vor Allem um Nachsicht bitten. Dass einzelne Untersuchungen über die chemische Zusammensetzung der Gewebstheile nicht ohne Erfolg für die vergleichende Physiologie geblieben sind, wird unter Anderem der bestimmte Nachweis von Chlorophyll im Par- enchym einiger Turbcllarien und anderer niederer Thiere zeigen. Die Abbildungen, welche dieser Abtheilung beigegeben sind, sollen, denk' ich, einem Bedürfniss abhelfen. Durch die Liberalität des Herrn Verlegers war ich in den Stand gesetzt, dieselben von anerkannten Künstlern in Kupferstich aus- führen zu lassen. Wenn Einiges auf denselben nicht den gewünschten Grad der Vollkommenheit erreicht hat, so ist zum Theil meine Entfernung von dem Stich- und Druck -Orte Schuld, welche die bei dergleichen Arbeiten so wünschensvverlhe Beaufsichtigung unmöglich machte. Schliesslich erfülle ich die Pflicht, meinem Vater, welcher an allen Beob- achtungen Theil genommen, für die Anregung, ffir seinen Rath und für die Er- laubniss, ein der hiesigen Königlichen anatomischen Anstalt gehöriges, ausgezeich- netes, grosses Plüssrsches Mikroskop stets benutzen zu dürfen, den innigsten Dank abzustatten. Greifswald im Mai 1851. Inhaltsverzeichniss. Einleitung;. Pap. I. lieber die Org.anisation der rh.tbdocoelen Tnrbellarien im Allgemeinen, besonderis in histologischer Beziehung 8 Allgemeine Kürperbeileckung ....... 8 StäbcIienfJirmige Körper ........ 11 Pigmente unter der Haut ....... 16 IVliiskeln und Parenchym ........ 19 Nervensystem ......... 21 Sinnesorgane ......... 23 Wassergefössystem ........ 27 Verdauuiigsapparat ........ 27 Geschlechtsorgane ........ '2^ II. Specielle Besclireibnng der beobachteten Arten 34 Fam. Opistomea. Monoceli.s Orst. ......... 34 Monocelis agilis nov. spec. ....... 37 Monocelis unipunctata Örst. ....... 38 Monocelis lineata Örst. ........ 3ft Opistomum Scfim. Opistomum pallidum Schm. ....... 40 Farn. Derostomea. • • • • • • • • .43 Vortex E/nbg. Vortex viridis mihi ........ 47 Vortex balticus nov. spec. ....... 48 Vortex pellucidus nov. spec. ....... 49 n Pag. Derostomum Orsl. Derostomum Schmidtianuni mi/ii ...... 50 Ffn?i. Meso.stomea. • • • • • • • •'- Mesostomum obtusum nor. spec. ...... 54 IVlesostomum marnioratuiii nor. s/jvc. ..... ö4 Farn. S c hi z o .s t o ni e a • • • • • • . ao Macrostüimini (Jrst. Macrostonium hystrix Örst. ....... 56 Macrostomrim auritum nor. spec. ■ ... . .58 III. Einiges über JVerniertineii •^><' Prorhynchus stagnalis not-, i/en. nor. spec. . . . . . (K) Tetrastemma obscuruni nov. spec. ...... Gi IV. lieber i:nt<>zoen in Tnrbellarieii 6" Resultate '^ Erklärung der Tafeln '-^ Einleitung. D ie Klasse der Turbellarien umfasst diejenigen ungegliederten, borstenlosen Würmer, welclie auf ihrer ganzen Oberfläche mit AVimpern bedeckt sind. Dieselben waren bei den Aelteren in der Gattung Planaria vereinigt. Bei einer bald platten bald riuidlichen Gestalt, einer weichen, jeder festen Stütze entbehrenden Körpersubstanz haben sie ein deiitliches Nervensystem, welches aus zwei im vorderen Körpertheil gelegenen Gang- lien besteht , die durch eine oder zwei Brücken mit einander verbunden sind , und Ner- venfaden nach mehreren RicJitungen aussenden i). Augen sind bei ihnen als dunkle Pigmentflecke, mit oder ohne lichtbrechenden Apparat, sehr verbreitet, Otolithen nur in einzelnen Fällen vorhanden. Ein mehr oder Aveniger ausgebildetes iNIuskelsystem dient zur Bewegung des Körpers. Ein Verdauungskanal, häufig baumfürmig ver- zweigt, mit einer oder zwei Oeflnungen , nimmt einen grossen Theil des Körpers ein, der ausserdem noch bei Vielen von Wassergefässverästelungen nach allen Richtungen durchzogen ist, welche mittelst einer oder mehrerer OefTimngen an der Oberfläche des Köpers münden^). Geschlechtsorgane sind bei Allen vorhanden, männliche und weibUche entweder in einem Individuum vereinigt oder auf verschiedene vertheilt. Sie leben mit wenigen Ausnahmen frei im Wasser 3). Der Erste , welcher die hierhergehörigen Arten zusammenfasste, ist O. Fr. Müller. Er gründete in seiner Zoologia Danica'*) die Gattung Planaria, und beschrieb eine sehr bedeutende Menge von dänischen See- und Süsswasserformen. v. Baer^^ und Dnges^) waren die Ersten, welche an den grösseren Arten den inneren Bau, soviel 1) Das Nervensystem ist von mir in den Familien der Opistomeen, Derostoraeen, Mesostomeen, Prostomeen und Sc h i zostomeen beschrieben. 2) Ueber das Gefasssysteni der Ncniertinen siehe unten. 3) Ob die prächtigen tropiscfien Landplanarien Darwin's (Magaz. of nat. bist. XIV. pag. 242 ff.), welche auf feuchter Erde unter Haumstämraen gefunden nnrden, so wie die Pla- naria terrestris O. Fr. Mülhr's (Venu. terr. et fluviat. bist. I. 2. pag. C8), welche auch Dufiba sah (Ann. d. sc. nat. 1 Ser. XXI pag. 82. Tal). H. IS), ebenfalls wimpern, ist, SO'.' ie die gesammte innere Organisation dieser merkwürdigen Thiere, noch unbekannt. 4) Prodromus Zoologiae Danicae 1776. pag. 221. Zoologia Danica 1788 — 1806. 5) Nova Acta Acad.' Caes. Leop. 1827 Vol. 1-3 Abth. 2. pag. 690. 6) Annales d. scienc. nat. I Ser. 1828 Tom. XV. pag. 13'J. 1830 Tom. XXI. pag. 72. 2 sich mit blossem Auge uiid mit scliwachcnVergrösscningen ausrichten Hess, mit Ghlck dar- legten, letzterer lehrte auch 'ernnithung zu äussern. Dass die Stäbchen Lahnen für die Nerventhätigkeit seien, ist sehr unwahrscheinlicli, denn es finden sich neben denselben und sehr häufig ohne dieselben wirkliche Nervenfasern (Vergl. unten das Kapitel über das Nervensystem). Vielleicht beschränkt sich der Nutzen der in und unmittelbar unter der Haut liegenden Stäbchen darauf, dass dieselben, indem sie dem äusseren Drucke einen Widerstand entgegensetzen, in ähnlicher AV^eise befördernd auf das feinere Gefühl der Haut einwirken, wie der Nagel auf das Tastvermügen der Fingerspitze. Pigmente unter der Haut. Die Stoffe, welche Träger der verschiedenen Färbiuig der Rhabdocoelen sind, treten tinter folgender verschiedener Form auf: 1) Regelmässige, runde Farbestoffbläs- chen von 0.003'" mittlerem Durchmesser, welche sich durch Aneinanderlegen auch zu Sechsecken gestalten. Diese kommen imr bei den grünen Arten Vortex viridis und Mesostomum viridatum (Tjphloplana Sehn.) vor (Fig. 1. 2.). 2) Unregelmässige, bald runde , bald ovale , oft verzogene Bläschen von 0,0003 '" — 0.02 '" Durchmesser, in welchen eine gefärbte Flüssigkeit neben Fetttröpfchen, farblosen Bläschen und molekularen Körnchen entüalten ist. So bei dem braunen IMesostomum tetragonum (Fig. 4). 3) Gleichmässig im ganzen Körper verbreiteter, nicht in Bläschen eingescldossener oder an bestimmte GewebstheUe gebundener Farbtoff, bei dem blassröthhchen Mesostomum rostratum (Fig. 10 ). 4) Molekulare Pigmentkörnchen, einzeln oder in Klümpchen ver- einigt im Körper zerstreut, nicht in Bläschen eingeschlossen, meist dunkelbraun oder schwarz. So bei Derostomum Schmidtianum, Monocelis rutilans. Eine be- sondere Abart bildet der zu Marmoradern ähiüichen Figuren gestaltete, den stemlormi- gen Pigmentzellen höherer Thiere nicht unähnliche Farbstoff von Mesostomum mar- moratum (Fig. 16.). Ueberall ist die Haut farblos. Am meisten Interesse bietet der grüne Farbstoff dar. Ich Averde nachweisen, dass derselbe in histologischer wie chemischer Beziehung vollständig mit dem Chloro- phyll grüner Pflanzentheile übereinstimmt. Bei Vortex viridis haben die in ungeheurer 3Ienge im ganzen Körper ver- breiteten FarbstoftWäschen eine Grösse von 0.0005— 0.004'", gewöhnliclie Form 0,003'". Sie liegen entweder einzebi, oder zu Klümpchen vereinigt. Dass die homogene, saft- grüne Substanz derselben von einer besonderen Membran umgeben sei. wie es Naegeli für die Chlorophyllbläschcn der Pflanzen nachgewiesen hat (Zeitschrift für >vissen- schaftl. Botanik von iSckleiden \x. Naegeli 3. u. 4. Heft. 1846 pag. 110. Tab. III. fig. 10- 13.), 17 lässt sich da, wo die Eläschen durch Aiieiiiandcrhegcn eckig geworden sind (parenchy- niatiscli werden yaet/eli) leicht erkennen. Eine sehr deuüiche farblose Zwischensubstanz grenzt die einzelnen Heckigen, grünen Felderchen von einander ab(Fig. li). Im Innern der grösseren grünen Bläschen Hegt ein farbloses, rundes Körperchen von 0,0003-0,0005'" bald genau in der Mitte bald am Rande. Der grüne Inhalt gleicht in seiner Farbe vollständig dem Chlorophyll. Durch verdünnte Alcahen und Säuren wird er nicht verändert. Dadurch unterscheidet er sich von dem spangrünen Farbstoft' mancher einzelliger Algen, der (jhroococcaccen und No- stochaccen, welcher nach ISucffcli (Gattungen einzelliger Algen 18-19 pag. 6) durch die genannten Agenden in orange, gelb oder roth verwandelt wird. Concentrirte Schwefel- und Salzsäure lösen den Farbstoff von Vortex viridis mit schön grüner Farbe, welche durch Kochen nicht verändert wird. Ebenso concentrirte Kalilauge und Ammoniak. Al- cohol und Aether nehmen den Farbstoff ebenfalls in einer der Chloropliylllüsung ganz gleichen Farbe auf. Die alcoholische Lösung entfärbt sich in wenigen Stunden am Son- nenlicht vollständig. Durch essigsaures Bleioxyd lässt sich aus derselben der Farbstoff niederschlagen. Chromsäure bleicht die Farbstofibläschen. Diese chemischen Eigenschaften stimmen genau mit denen des Chlorophylls überein. Sowie ferner die Entwickelung des Chlorophylls der Pflanzen von dem Lichte abhängt, und grüne Pflanzentheile im Diuikeln bleich werden, so verlieren auch unsere Turbellarien. längere Zeit dem Einfluss des Lichtes entzogen, ihre grüne Farbe vollständig. Vier Wochen Aufenthalt in einem dunkeln Räume genügten, das intensive Grün von Vortex viridis in ein helles Gelb zu verwandeln. Die grünen Farbstoffbläschen waren dabei auf ein Viertel ihres frülieren Volumens zusammengeschrumpft, und schienen unter dem Mikroskop fast ganz farblos. Dieser Versuch wurde mit noch nicht ganz ausge- wachsenen Exemplaren angestellt. Dass aber die Bildung der grünen Farbe nicht allein vom Lichte abhängt, beweist der Umstand . dass unter den intensiv grünen Thieren nicht ganz selten einige gefunden wurden, die des grünen Farbestoffes fast ganz ermangelten, ja hie und da nicht ein einziges Körnchen desselben enthielten. Besonders häufig fand ich diese weisse Varietät in den iNIonaten December und Januar ehe die Gescldechts- theile sich ausbildeten. An einer dunkleren Stelle des Zimmers aufbewahrt , halten sich die grünen Thiere stets an der Lichtseite des Glases auf. Dem directen Sonnenlichte ausgesetzt sterben sie jedoch binnen einer Stunde ohne dass eine Gasentwickelung eintritt. Soweit der Beweis der Identität des Farbstoffes von Vortex viridis mit dem Chlorophyll der Pflanzen ohne Elementaranalyse geliefert Averden konnte, glaube ich ihn in Obigem gegeben zu haben. Eine solche Analyse würde aber, selbst wenn da.s dazu nothwendige 3Iaterial hätte beschafft werden können , auch von keiner unbedingten Beweiskraft gewesen sein, da die Unge^vissheit über die elementare Zusammensetzung des Chlorophylls der Pflanzen auch nach der neusten ausführlichen Arbeit über dasselbe 18 von Mnrot (Recherches sur la colorarion des plantes. Ann. d. sc. nat. 1850. Tom. XIII. pag. 160.) noch nicht ganz gehoben ist. Was die chemische Zusanunensetzung der Membran und des Kerns der Chloro- phyllbläschen von Vortex viridis betrifft, so beschränkt sich meine Kenntniss derselben auf die folgender Eigenschaften ; Kalilauge , Ammoniak und Schwefelsäure machen nach dem Ausziehen des Farbstoffes das zurückbleibende Bläschen, in welchem der Kern nicht mehr erkannt werden kann, aufquellen. Es wird blasser, und verschwindet endUch, doch erst nach längerem Kochen ganz. Essigsäure, Chromsäure, Salzsäure luid Alcohol verändern Membran und Kern nicht, ausser dass ein geringes Zusammenschrumpfen ein- tritt. Jodtiuctur lässt, nachdem das Bläschen braun gefärbt ist, den Kern heller er- scheinen, doch ohne Farbenveränderung desselben. Mit dem meist aus Amylum beste- henden Kern der ChlorophyUbläschen der Pflanzen lässt sich jener daher nicht vergleichen. Die Vermehrung der Farbstoffbläschen beim Waschen des Thieres gescliieht durch Theilung. Der Kern verschwindet, und 1 — 4 Abschnürungen trennen jedes Bläs- chen in ebenso viel einzelne, welche, nachdem sie die Grösse des Mutterbläschens er- reicht haben, sich von Neuem theilen. Unter den Turbellarien ist nur noch eine grüne Art bekannt, Mesostomum viridatum. Ich konnte dieselbe gleichfalls untersuchen, und habe den Farbstoff, der hier auch in runden Bläschen erscheint, die jedoch im Durchschnitt etwas kleiner als bei Vortex viridis sind, ebenfalls aus Chlorophyll bestehend gefunden ^). In mehreren anderen Klassen niederer Thiere kommen grüne Arten vor, deren Farbe der der grünen Blätter gleicht. Aus der Klasse der Polypen ist mir derart nur Hydra viridis bekannt. Der Farbstoff gleicht, wie ich mich überzeugt habe, in hi- stologischer wie in chemischer Beziehung dem von Vortex viridis vollkommen. Von grünen Infusorien, deren es mehrere giebt, habe ich Stentor polymorphus unter- sucht. Auch hier ist Chlorophyll die Ursache der Färbung. Es >vird keinem Zweifel unterworfen sein, dass die grünen Eikörnchen Ehrenberg' s bei Vorticella chloro- stigma,Ophrydium versatile,Holophrya ovum, Bursaria vernalis.Spiro- stomum virens und mehreren anderen Infusorien gleichfalls aus Chlorophyll beste- hend gefunden werden. Unter den Mollusken giebt es einen schönen grasgrünen Acteon, dem Vogt 2) in St. Malo seine Aufmerksamkeit schenkte, die Entwickelung desselben zu stu- diren. Die Jungen , so lange sie in der Schale sitzen , haben ausser einem grünen Flecke in der Nähe der Augen nichts Grünes an sich. Wie bei älteren Thieren der Farbstoff 1) Es verdient hier angeführt zu werden, dnss schon r. Siebold iu seinem schönen Aufsätze „Ueber einzellige Pflanzen und Thiere" Zeifschr. 1'. wiss. Zoologie I5d. I. pag. T!X die Vermuthung ausgesprochen, dass der grüne Farbstoff der erwähnten Turbellarien, Hydra und Infusorien mit dem Chlorophyll identisch sein möchte. •2) Ann. d. sc. natnr. .3 Ser. Toni. VI. pag. 5. Ocean und Mittclnieer. Reisebriefe pag. 02 ff. 19 gestaltet ist. und ob sich auch hier Chlorophyll wird nachweisen lassen, bleibt einer späteren Untersuchung vorbehalten. Muskeln und Parenchym. Nach O. Sc/i7iihh^) kommen den Rhabdocoelen nur zur Bewegung einzelner innerer Organe IMuskeln zu, so am Schlünde, an gewissen Abtheilungen der Geschlechts- organe. Haut- und Parenchymmuskeln , welche die allgemeinen Bewegungen und Kör- perstellungen vermitteln, sollen ihnen durchaus felilen. Ich finde fast bei allen Rhab- docoelen ein gesondertes, sehr dichtes Hautmuskelnetz und bei vielen Parenchym- muskeln in sehr ausgebildetem Grade. Die Fäden, welche den letzteren angehören, hat auch O. Sc/anidt^) bei einigen Arten gesehen, jedoch nicht für Muskeln halten zu dürfen geglaubt. Da ich diese jedoch in chemischer wie liistologischer Beziehung ganz gleich den zur Bewegung innerer Organe dienenden ! Muskeliaden finde, so bin ich über ihre Bedeutung nicht in Zweifel. Unter der oben beschriebenen Hautschicht findet sich bei vielen Rhabdocoelen ein dichtes Netz von Längs- und Querfasem, welche parallel und unmittelbar an ein- ander liegend, ohne Verästelungen, bei einer Breite von 0,0005-0,002'" oft eine sehr be- deutende Länge haben. Die Quermuskeln sind wahrscheinUch vollständig ringförmig. Dieses Hautmuskelnetz wurde selir deuthch bei Opistomum pallidum, Vortex bal- ticus, Vortex viridis (var. alba) (Fig. 30), Derostomura Schmidtianum, Pro- stomum lineare, Mesostomum rostratum, tetragonum, pratense, viri- datum, Macrostomum hystrix beobachtet. Die blassen Fasern desselben werden scharf begrenzt und leicht erkennbar durch Behaiidehi des Thieres mit Chromsäurelüsung (etwa von der Farbe des Madeira-Weines), ein Älittel, welches ich zum Deutlicliinachen der blassen iMuskelfasern niederer Thiere ausserordentlich passend fand. Sehr verdünnte Essigsäure macht dieselben ebenfalls leichter erkennbar, concentrirte Essigsäuie, stär- kere Säuren und Alealien lösen sie ganz auf. Das meist farblose, durchsichtige Parenchym der Rhabdocoelen, welches auf diese Hautmuskelschicht folgt, und untermischt mit zahlreichen Muskelfasern, sowie mit Gefässen, Nerven und Farbstoflfen den Theil des Thieres ausmacht, welcher nicht von den Verdauungs- und Gesclilechtswerkzeugen eingenommen ist, besteht aus einer wei- chen, eiweissartigen, Körnchen und Bläschen (Hohlräume) enthaltenden Substanz, welche sich mit der „contractilen Substanz niederer Thiere" vergleichen lässt, obgleich die selbst- 1) Die rhabdocoelen Strudelwürmer etc. pag. 5. 3* 20 ständige Contractionsfäliigkeit derselben ebenso wie bei der Haut nicht direct erwiesen wer- denkonnte. Die3Iuskeln. welche dies Farenchym oft in grosser Zahl durchsetzen, lassen sich eintheilen in solche, welche zur Gestaltveränderung und Bewegung des Körpers im Allge- meinen dienen, diese möchte ich Parenchynnnuskeln nennen, und solche, welche sich an innere Organe zu deren Bewegung ansetzen. Bei den grösseren IMesostomeen, 3Ies. tetra- gonuni und rostratum ist dieses Parenchjmmuskelsystem am ausgebildetsten, und lässt sich an diuchsichtigen Exemplaren leicht im lebenden Zustande beobachten. Die Fasern sind blass, nicht quergestreift, den INIuskeln d(!r Räderthiere ähnhch, häufig verzweigt und 0.0005 -0,002'" breit. Sie entspringen mit feinen Anfingen von der inneren Ober- fläche der Haut, verbinden sich untereinander zu breiteren Fasern, um sich wieder an der inneren Oberfläche der Haut an einer dem Ursprünge entfernten Stelle anzusetzen. In Fig. 33 sind solche Muskeln aus dem Innern von Mesostomum te tragen um ab- gebildet. In den Seitenlappen dieses Thieres biegen die Fasern an dem Rande um, und gelangen wieder zurück zur Mitte des Körpers. Eine solche Stelle mit Umbiegungen der Muskelfasern ist in Fig. 31 dargestellt. Einzelne derselben sind an Farbstoffbläschen befestigt, andere gehen in feinkörnige Fasern über, welche den homogenen, ganz durch- sichtigen Fäden öfters untermischt vorkommen , und sich als unmittelbare Fortsetzungen der letzteren nachweisen lassen. Diesen Muskeln ganz gleich geformt sind diejenigen, welche sich an innere Or- gane wie Schlund oder (Jeschlechtswerkzeuge befestigen, und ganz augenscheinlich zu deren Bewegung dienen. Auch sie entspringen immer von der inneren Oberfläche der Haut, vereinigen sich zu breiteren Fasern, und setzen sich oft erst nach einem sehr langen Verlauf an einem der genannten Organe an. Sie finden sich fast in allen Fa- milien der Rhabdocoelen. Bei Prostomum lineare beginnen sie im hinteren Kör- perende, um sich an den vorne liegenden muskulösen Schlund anzusetzen, bei Opisto- muni pallidum und den Derostomeen sind sie kürzer (Vergl. Tab. III. fig. 1. 2. 4). Bei den IMesostomeen sind sie ebenfalls leicht zu erkennen. Bei den Gattungen Mo- nocelis und Macrostomum scheinen sie dagegen ganz zu fehlen. Hier habe ich ausser den unter der Haut liegenden überhaupt keine deutlichen Muskelfasern im Innern ent- decken können. Durch Chromsäure werden diese Muskehi sehr deuthch, schrumpfen aber dabei etwas zusammen. Ebenso durch verdünnte Essigsäure und durch Zuckerlösung. Auf- gelöst werden sie von stärkeren Säuren und Alcahen. Schwefelsäure färbt die vorher in Zuckerlösung getränkten intensiv roth, löst aber gleichzeitig aUe Theile auf. Zerreisst man eine der genannten Rhabdocoelen in möglichst kleine Stücke, so lassen sich in den einzelnen meist abgerundeten Theilcn die Jluskelfasern nicht mehr erkennen. Sie verschmelzen durch die Einwirkung des Wassers mit dem Parenchym, und bilden Klümpclien, an welchen man öfters die eigenthümüche Erscheinung der selbst - ständigen Contractilität wahrnehmen kann, wie wir sie an den Paroiicliymi)ruc!istücken der lly(hcn kennen. Aber gerade desshalb, weil die Muskelsubstanz selbst mit iu 21 diesen Bruchstücken enthalten ist. die Fascrfonn jedoch verloren hat, und nicht mehr als solche getrennt von dem Parenchym unterscliieden werden kann , ist man nicht im Stande zn entscheiden, ob in letzterer oder in der Miiskelsubstanz der Grund der selbsLständigcn (lestaltveriinderung der einzelnen abgerissenen Thcile liegt. Diese Veränderung der IMuskelsubstanz durch den Einlhiss des Wassers kommt bei den Mus- keln der Häderthiere und Makrobioten ebenfalls vor. Der Grund derselben liegt wohl in der noch unvollkommenen Differenzirung der Muskelfäden von dem umgeben- den Gewebe. Beim Zerreissen von Mesostomum tetragonum in sehr verdünntem Eiweiss "•elang es mir einige Male die Muskelfasern zu isoliren. Dieselben zeigten dann gleich abgerissenen elastischen Fäden vielfache Windungen und Biegungen. Fig. 32. Nervensystem. O. Schmidt hat nur bei einem einzigen Rliabdocoelum die Form des Centralner- vensystems genau erkannt, nämlich bei seinem Pseudostomum faeroense^). Hier liegen die 4 Augenflecke einer viereckigen Nervenmasse auf, von welcher 2 Fäden längs des Magens herabgehen. Frey xxnALeuckart'^^ sahen bei Vortex vittatus von Hel- goland unter den Augen einen „ queroblongen , zweilappigen Gehirnknoten." Weitere genauere Angaben über das Nervensystem der Rhabdocoelen fehlen. Der bestimmte Nachweis der Anwesenheit und Form des Nervensystems in allen Familien dieser Ord- nung der Turbellarien, den ich in Nachfolgendem geben werde, möchte ein nicht unwe- sentlicher Fortschritt in der Kenntniss des feineren Baues dieser Thiere genannt werden. Die überall sich wiederholende Grundform des Centralnervensystems ist diejenige, welche wir auch in den übrigen Ordnungen der Turbellarien finden. Zwei mit einander verbiuidene Ganglien liegen im vorderen Körpertheil und senden nach mehreren Rich- tmigen Nervenfäden aus. Während sich bei den Nemertinen die Gaughen durch zwei Brücken verbunden zeigen, zwischen welchen ein Theil des Verdauungscanais hindurch läuft (der zum Verdauungsapparat wenn auch nur indirect gehörende Rüssel), sind bei den Dendrocoelen beide Centralganglien durch eme einfache Brücke mit einander in Verbmdung gesetzt. Diese schwindet oft, so dass eine vollständige Verwachsung der Ganghen zu einem Doppelganglion eintritt. So auch bei den Rhabdocoelen. Eine Ringbiiilung um den Anfang des Verdauungscanales könnte allein bei den Pro- 1) Neue Beiträge zur Naturgeschii-hte der Würmer. 1848. pag. 9. 11. 2) Beiträge etc. pag. 140. 22 stomeen vorkoinincii. Hier streicht nämlich der Oesophagus unmittelbar am Ceiitral- nervensystem vorbei. Bei der grossen Blässe der Contouren des letzteren ist eine sichere Entscheidung nicht möglich gewesen. Bei Opistomum pallidum liegt das Nervensystem sehr deutlich vor. Beim erwachsenen Thiere ist die Zusammensetzung der Centralnervenmasse aus zwei Ganglien kaum noch zu erkennen. Tab. 1. Fig. :J6. Tab. III. Fig. l.a. Von demselben gehen jeder- seits 3 Nervenfaserbündel aus, eins an die vordere Kürperspitze (Augen fehlen diesem Thiere). ein zweites seitwärts in die Gegend des Hoden und das dritte abwärts zum Ver- dauuno-scanal. Ebenso ist die Anordnung des Nervensystems bei Vortex viridis Tab. lU. fig--!. a, mit dem Unterschiede, dass hier die nach vorn gehenden Nerven jeder- seits ein Auge tragen. Bei jungen Individuen felilen diese Augennerven, das Pigment ruht hier unmittelbar auf den GangUen. Ebenso bei Derostomum Schmidtia- num, dessen grosse GangUen an durchsichtigen jungen Individuen leicht erkennbar sind, und bei Vortex balticus Tab. IV. fig. 1. An dem Nervensystem von Pro- stomuni lineare habe ich Spuren einer Zusammensetzung aus zwei Ganglien nicht erkennen können. Tab. I. fig. 27. Ein Nerv zu jedem Auge und einer abwärts zu den Eingeweiden wurden gesehen. EigenthümHche , kernlose aber viele Körnchen ent- haltende, scharf contourirte, ovale Zellen von 0,00-1'" Durchmesser bedecken das Ner- vensystem, und gehen mit den Nervenfäden eine Strecke aufwärts und abwärts. Sie finden sich an dieser Stelle in keiner anderen Famihe weder. Unter den Mesosto- meen sind die beiden Centralganglien bei jüngeren Individuen von Mesnstomuni rostratum Tab. I. fig. 23 und M. tetragonum erkannt worden. Hier findet auch die ein-enthümhche Anhäufung stäbchenförmiger Körper um die Centralganglien und die von ihnen ausgehenden Nervenfaden statt, welche oben pag. 12. beschrieben wurde. Bei dem blinden Mesos tomum pratense ist das Nervensystem ähnlich wie bei Opi- stomum pallidum. Unter den Schizostomeen konnte ich nur IM acros tomum hy- strix auf das Nervensystem untersuchen. Hier Hegt es ähnlich wie bei Vortex bal- ticus unter den Augen i). Was die sehr schwierig zu ermittelnden histologischen Verhältnisse des Ner- vensystems der Rhabdocoelen betrifft, so hessen sich einzig bei Opistomum palli- dum mit einiger Sicherheit die ElementartheUe unterscheiden. Ganglienzellen, ähnlich denen der Annulatcn, finden sich liier ebensowenig wie nach Frey und Lcuckart bei denNemertinen^). Die Nervenstränge sind aus feinen, blassen Fasern zusammengesetzt von höchstens 0,0003'" Breite. Die Centraltheile scheinen ebenfalls aus diesen Fasern gebildet, bei genauer Untersuchung zeigen sicli jedoch hier geschwänzte Körperchen von 0,001"' Breite und 0.005'" Länge, welche sich an beiden Enden in eine feine Faser fort- l; 1d der Zeichnung dieses Thieres Tab. V. fig. 3. konnte dasselbe nicht mehr ausgeführt werden, da es erst nach dem Stich der Tafel erkannt wurde. 2) Beiträge etc. pag. 72. 23 zusetzen scheinen. Im Innern enthalten dieselben nur feine Körnchen. Vergl. Tab. I. Fig. 26. Dieselben Körperchen fand ich auch da, >vo die zur vorderen Spitze strei- chenden Nervenfasern in der Nälie der Haut aufhörten. Fig. 26. a. Dieselben sind of- fenbar als analog den Ganghenkörperchen liöherer Thiere zu betrachten, wiewohl ilir Vorkommen an dem letztgenannten Orte sehr befremden muss. Die zu den Eingeweide« gehenden Nerven konnten wegen nicht genügender Durchsichtigkeit des Thieres nur eine kurze Stiecke verfolgt werden. In dem Parenchym von Mesostomum tetragon um findet man zwischen den Bluskelfasern nicht selten Fäden wie die Fig. 24. c. d. abgebildeten. Dieselben sind aus einer Reihe hinter einander liegender geschwänzter, feinkörniger Kör- perchen zusammengesetzt , die untereinander durch sehr feine, körnige Fasern in Verbin- dung stehen und bald in Begleitung von stäbchenförmigen Körpern bald ohne dieselben verlaufen. Anfang oder Ende derselben habe ich wegen der Undurchsichtigkeit des Thieres nicht auffinden können. Einzelne der Anschwellungen lassen sich auch in ihrer Gestalt mit multipolaren Ganghenkörperchen vergleichen, indem mehrere Fasern von denselben ausgehen. Ob diese Gebilde für Nerven gehalten werden müssen, bleibt vor der Hand noch zweifelhaft, da der Zusammenhang derselben mit den Centralganglien nicht nachgewiesen werden konnte. Mesostomum Ehrenbergii wird offenbar am passendsten zur Entscheidung dieser Frage sein. Sinnesorgane. Die schwarzen Pigmentflecke, welche gewöhnlich zu zweien bei den Rhabdo- coelen wie in den übrigen Ordnungen der Turbellarien in der Nähe des vorderen Kör- perendes sehr verbreitet vorkommen, sind als Gesichtsorgane anzusehen. Immer stehen dieselben in unmittelbarem Zusammenhange mit dem Centralnervensystem , indem ent- weder ein kurzer, dicker Nerv zu ihnen liinläuft, oder sie den Centralganglien unmit- telbar aufliegen. Auch wenn stark lichtbrechende, bilderzeugende Apparate, welche nm- in seltejien Fällen bei den Rhabdocoelen nachgewiesen sind, innerhalb des Pigmentes fehlen, wird letzteres allein in Verbindung mit der Nervenmasse zweifelsohne genügen, gewisse Lichteindrücke zum Bewusstsein zu bringen. Nur bei wenigen Arten findet sich keine Spur dieser Augen. So bei Opisto. mum pallidum, Monocelis unipuuctata, Vortex pellucidus, Mesostomum (Typhloplana Orst. Schm.) viridatum, pratense und sulphureum (nach Schmidt) Macrostomum auritum, Convoluta und einigen anderen minder genau gekannten. Doch scheint dieser Mangel auf Lebensweise und Bewegungsart ohne allen F.influss. Die Farbe des Pigmentes ist meist ein dunkles Schwarz. Nur bei Mesostomum 24 rostratum fand ich wie Örsted stets rotlie Augen, während O. .Sclinüdt auch hier nur schwarzes Pigment sah. Die Form der Augcnflecke ist entweder eine scharf begrenzte , regelmässig wie- derkehrende, oder eine unregelmässig verästelte, sehr mannigfaltige. Bei den wenigen Arten, welche deutlich lichtbrechende Medien im Auge besitzen, haben die Pigment- flecke eine nierenförmige Gestalt, und in der nach aussen sehenden Concavität findet sich die zum Theil von Pigment verdeckte, stark lichtbrechende Kugel, einer Linse ver- gleichbar. So bei Mesostomum marmoratum Tab. 1 Fig. 28. a. Tab. V. Fig. 2, und bei Vortex minutus, der kleinsten aller bekannten Rhabdocoelen, beides neue Species aus der Ostsee. Eine ähnliche Bildung sah O. Schmidt ' ) bei einem neuen je- doch nicht näher bezeichneten Färöischen 31esostomum. iNierenförmige Pigmentflecke ohne deutliche lichtbrechende Theile finden sich allgemein in der Gattung Vortex, so bei V. viridis, truncatus, balticus. pictus, doch sind sie bei eben diesen Thie- ren auch oft oval wie bei vielen anderen Rhabdocoelen constant, so bei Prostomum lineare, Macrostomum hystrix. Die nierenförmigen zerfallen nicht selten in zwei getrennte runde Pigmentflecke. So bei Vortex truncatus von Ehrenherg^^ und O. Schmidt'^^ beobachtet. Ersterer hält diese Trennung der beiden Augen in vier einzelne für das normale Verhättniss. Dies Zerfallen eines Auges in mehrere ist auch in anderen Ordnungen der Turbellarien nicht selten. Ganz abweichend von diesen scharf begrenzten Augenflecken sind die diflfusen oder verzweigten bei Derostomum Schmidtianum, Mesostomum obtusum und tetragonum. Bei den beiden ersten liegt um die grösseren unregelmässig rundhchen Augenflecke noch eine Menge Pigment zerstreut, welches oft brücken artige Verbindungen zwschen beiden Augen erzeugt, auch wohl ein drittes Auge in der Mitte zu bilden scheint (bei Mesostomum obtusum Tab.V. Fig. 1.) oder die ganze vordere Körperspitze so gleichmässig färbt, dass die beiden ursprünglichen Augenflecke sich gar nicht mehr auszeichnen (bei Derostomum Schmidtianum Tab. IV. Fig. 6). Bei 3Ies os tomum tetragonum liegt das Pigment in sternförmigen Verzweigungen, welche oft eine be- deutende Ausdehnung gewinnen (Tab. I. Fig. 29), auch ein Verschmelzen beider Augen bedingen. Letzteres ist bei den rothen Augen von Mesostomum rostratum sehr gewöhnUch. Die Pigmentmoleküle, aus welchen die Augen gebildet sind, haben nicht immer gleiche Form und Grösse. Dieselben sind unmessbar klein , bei den mit einer Linse versehenen Augen und den diffusen Pigmentflecken von Derostomum Schmidtia- num, oder sind theilweise zu einer diaphanen Masse verschmolzen , bei Mesostomum rostratum und tetragonum, oder stellen 0,0002-0.0003'" grosse, fetttrüpfchenartig 1) Neue Beiträge etc. pag. 11. 2) Abhandl. d.' Acad. d. Wiss. zu Berlin 1835. pag. 178. 3) Die rhabdocoelen Strudelwürmer etc. pag. 28. 25 aussehende Kügcleluu tlar, welche sich von letzteren nur durch eine noch stärkere Lichtbrediung und noch dunklere Contouren untersciieiden. Diese Form fand icii con- stant bei den niercnlorniigen und ovalen Augen von Vortex balticus, wo sie zu 20-30 mit sehr wenig ganz feinem Pigment veruiischt je ein Auge zusammensetzen (Tab. I. Fig. 28. b.), bei Vortex viridis, 3Iacrostomum h3'strix. Da diesen Augen be- stimmt eine Linse fehlt, so halte ich es nicht für unwahrsclK^inlicli. dass die grösseren, jedenfalls sehr stark lichtbrechenden Kügelchen als bilderzeugende Theile dienen, hi welchem Falle diese Augen den zusammengesetzten höherer Thiere vergleichbar wären. Bei einigen namentlich bei augenlosen Rhabdocoelen finden sich Organe, welche den Otolithen vieler Mollusken gleichen, und wegen ihrer anatomischen Beziehung zum Nervensystem auch hier als Sinnesorgane zu deuten sind. Fine aus Kalksalzen (wahr- scheinlich kohlensaurem Kalke) beistehende, durchsichtige Kugel liegt in einem zarten Bläschen eingeschlossen im vorderen Körpertheil, stets unpaar, und lulit unmittelbar auf dem Centralnervensystem. Oersted^) sah diese Organe zuerst bei der Gattung Monocelis. und deutete sie als aus Glaskörper und Linse zusammengesetzte Augen, zu Mclclier Annahme er namentlich dadurch geführt Avurdc, dass bei mehreren Spe- cies regelmässig ein schwarzer Pigmentileck über denselben liegt. Frey und Le?<- ckart^) gebührt das Verdienst, die Identität dieser Theile mit den Gehörorganen man- cher niederer Thiere zuerst ausgesprochen zu haben. Sie fanden dieselben ausser bei Monocelis auch bei Convoluta paradoxa. O. Schmldl^), welcher diese Organe auf seiner Reise nach den Färör ebenfalls beobachtete, und auch noch bei einer neuen Art, Proporus CyclopSj auffand, hat sich mit der Frey -LeuclarV seilen Deutung nicht einverstanden erklärt. Ohne die anatomische IJeberehistimmung dieser Organe mit den Otolithen vieler IMollusken leugnen zu können, ausgenommen dass ihnen die osciUirende Bewegung fehlt, glaubte er die Bedingungen zur Annahme, dass man es hier mit einem zur Brechung von Lichtwellen bestimmten Apparate zu thuii habe, ebenfalls wiederzufinden, l'nd in der That mehr geneigt diese Organe für Augen als fiir Olu-en zu halten, stellte er als Mittelweg die Vermuthung auf, dass in denselben die Gehörs- und Gesichtsfuiiction vereinigt sei. Ich habe das fragliche Organ bei 3 Species der Gattung Monocelis, bei Convoluta und einem neuen Macrostomum aus der Ostsee, welches ich auritum nenne, beobachtet. Tab. IL Fig. I. 8. a. Tab. V. Fig. 4. a. Nur bei zwei Monocelis- Arten agilis und lineata hegt ein dunkler Pigmentfleck in der Nähe dieses Orga- nes, bei den übrigen genannten Thieren und auch bei Proporus Cyclops (nach Schmidt) fehlt ein solcher gänzlich. Abgesehen davon, dass Augen ohne dunkles Pigment noch nie beobachtet sind. 1) Entwurf etc. pag. 7. 5."j. 2) Beitrlisje etc. jtag. 82. 3) iSeue Beiträge etc. pag. 11 26 Alhino -Bildungen uml einige in unterinlischen Höhlen lebende Tliiere ausgenommen, welchen letzteren jedoch, bei zuai" vorhandenem ncrvus opticus, auch lichtbrechende Medien gänzlich zu fehlen scheinen, würde auch die Annahme, dass ein aus kohlen- saurem Kalk bestehender Körper als Linse fungire, eine durch keine Analogie unter- stützte sein. Fassen ^vir ferner die Lage des Pigmentlleckes zu dem als lichtbrechen- des Organ angesehenen Körper bei Monocelis ins Auge, so spricht auch diese ge- gen die Deutung von Örsted und O. Scinnidl. Während sonst überall das Augen- pigment die lichtbrechenden Theile so umgiebt, dass seitlich einfallende Strahlen a!)gehalteu oder eingesaugt ^verden, Avurde der Pigmentfleck bei Monocehs im graden Gegensatze liierzu bewirken, dass nur seitliche Stralden zur vtsrmeinthcheu Linse gelangen. Eine pupillenartige Durchbohrung des Pigmentes findet uicht statt. Ist es auch sonst richtig, dass, wie O. Schmidt sagt „bei allen Thieren, welche nicht mehr die volle Zahl der Sinnesorgane haben, immer eher Augen als Ohren zu erwarten sind" so stehe ich doch in diesem Falle nicht an, gestützt auf die anatomi- schen Thatsachen, das fragliche Organ einen Otolithenzu nennen, und eine Theil- nahme desselben an der Vermittelung von Gesichtseindrücken für sehr unwahrschein- hch zu erklären. Den in einzelnen Fällen über diesem Gehörorgan liegenden sclnvar- zen Pigmentfleck halte ich für ein von ersterem ganz getrenntes, bestimmter bre- chender Medien ermangelndes, dem Auge vieler anderer Rhabdocoelen analoges Ge- sichtsorgan. Von dem mit einem einzigen runden Otolithen versehenen Gehörorgan bei Con- voluta, Macrostomum auritum und Proporus unterscheidet sich dasselbe bei Monocelis dadurch, dass neben dem kugligen noch 2 kleinere, unregelmässige Gehür- steine liegen, welche ersterem an der nach vorn sehenden Fläche aufsitzen. Schon Orsfed hat dieselben gesehen, und zwar bei seiner Auflassung dieses Apparates als Auge, sie für 2 Linsen erklärt, während der grössere Otolith dem Glaskörper entspre- chen sollte. Frey und Letickart bildeten diese kleineren Otolithen ganz richtig ab (Beiträge etc. Tab. I. Fig. 18), doch ist ihre Beschreibung der Natur nicht ganz ent- sprechend. Ich kann in denselben keine „solide, gekrümmte Bogen erblicken, welche mit ihrer Convexität der Gehörkapsel aufsitzen, und mit beiden Schenkeln sich der Oberfläche des Otolithen anlegen." Mir erscheinen dieselben als Körper von unre- gelmässig pyramidaler Gestalt, die mit der breiten Basis auf dem runden Gehörstein liegen, aber mit henkclartig gestalteten Bögen nichts gemein haben. In Säuren behalten sie länger als der runde Otolith ihre scharfen Contouren, werden jedoch auch endhch gelöst, wobei eine organische Grundlage zurückbleibt, welche ebenso wie bei dem grös- seren Otolithen nach dem Verschwinden der anorganischen Bestandtheile der auflösenden Kraft schwächerer Säuren widersteht. , Als Sitz des sehr entwickelten Tastsinnes der Turbellarien ist die Haut anzusehen. Ihre anatomischen Verhältnisse bei den Rhabdocoelen sind oben genau 27 riuicligciionimen worden. In wie weit die stäbchejiförmigen Körper bei dieser Funktion der Haut mitwirken niüclitcn, wurde pag lü. angedeutet. Wassergefässsystem. Die Kenntnis« der Wa.ssergefässverästelungen im Körper der Phabdocoelen sowie der freien Mündungen die.ser Gefäs.se nacli aussen verdanken wir O. Schmidt. Ich habe seiner Beschreibung dieser Theile (die rhabdocoel. Strudelwürmer etc. pag. 11) kaum etwas hinzuzufügen. Die Bewegmig der Flüssigkeit in diesen Gefässen, deren Verzweigungen in günstigen Fällen sich bis zur unmessbaren Feinheit verfolgen lassen, und deren Wandung auch ich nie contractil sah , geschieht durch eigcnthümhche Wim- perläppchen, welche an einer Stelle der Gefüsswand festgewachsen, frei in das Gefäss hineinragen, und in ununterbrochen schlängelnder Bewegung begrillen sind. Sie hegen oft recht dicht nebeneinander, wie die Abbildung eines Theiles des Gefässs;5'stems von Me- sostomum tetragonum auf Tab. I. fig. 34 zeigt. In den grössten Gefässstämmen in der Nähe der nach aussen führenden Oeffnung fehlen sie, ebenso sind sie in den feinsten Verzweigungen nicht zu entdecken. Eine sehr deutliche 0,001'" breite Wand sah ich constant an dem Hauptgefässstamm von Mesostomum tetragonum. Verdauungsapparat. Als einzehie Theile des stets afterlosen Nahrungscanales der Ehabdocoelen sind zu unterscheiden die Mund Öffnung, der muskulöse Schlund, von den bisherigen Scliriftstellern meist ]Mund genannt, und der einen einfachen Blindsack darstellende Darm. Nur in der Famihe der Schizostomeen fehlt der Schlund. Der INIund ist eine einfache Oeffnung in der Haut, an welcher die oben be- schriebenen blassen Hautmuskelfasern eine solche Richtung und Lage annehmen, dass eine Erweiterung und Verengerung derselben leicht ausführbar wird. Wegen IMangels anderer auszeichnender Bildungen an der INIundöffmmg ist dieselbe leicht zu übersehen. Nur bei Macrostomum hystrix finde ich die Muskulatur des Mundes so stark ent- wickelt, dass derselbe schnell in die Augen fällt Tab. V. Fig. 3. a. Viel sdiwerer ist er bei Macrostomum auritum zu erkennen. Bei Mesostomum tetragonum 4* 28 und rostratum liegen um die Mundöffnug lioruin eine Menge diclit gedrängter runder kernloser Bläschen in der Haut. Vielleicht sind es ganz niedrige Papillen. Der unmittelbar auf die ^luiidilfl'nung folgende muskulöse Schlund bietet bei den einzelnen Familien, welche allein nach dessen Form und Lage abgetheilt wurden, grosse Verschiedenheiten dar. Bei den Opistonieen gleicht er einer cylindrischen Röhre, bei den Der ostomeen ist er tonnenförmig, wie ein Saugnapf gestaltet bei den Meso- stomeen, bei den Prostomeen stellt er einen aus mehreren Abtheilungen beste- henden Canal dar. bei den Schizostomeen fehlt er gänzlich. Die muskulösen, sehr derben und leicht auflallenden \\'ände dieses Organcs sind aus dicken Lagen von Längs- und Kingfasern gebildet. Bei den 3Iesostomeen und Opistomum pallidum lie- gen zwischen den tieferen Längsfasern Canäle mit einer feinkörnigen Flüssigkeit gefüllt, welche bei den Contractionen hin und her getrieben wird, an der verengten Stelle aus- weicht, und bei der Erweiterung wieder zuströmt. Diese Bildung ist bei ^Mesostomum tetra;;onum von O. Sc/nniill ^^ erkannt. Hier sollen sich ausserdem diese Canäle übei- den Schlund hinaus in längere, radienartig im Körper verbreitete mit einer blasigen An- schwellung endende Piöhren fortsetzen, \velche ebenfalls mit der feinkörnigen Flüssig- keit erfüllt sind. Ich konnte in diesen Röhren nur Bündel feinkörniger Fasern erken- nen, nie aber die Bewegung einer Flüssigkeit ähidicli wie zwischen den IMuskeln des Schlundes. Blasige Anschwellungen am Ende habe ich auch bei vollständig erwach- seneu Thieren nicht gefunden. Die feinkörnigen Fasern, welche in der Nähe des Schlundes zu dichten Bündeln vereinigt waren, sah ich an der Stelle, wo SckmicU die Endblasen abbildet, sich von einander trennen, und einzelne divergirend im Körper ver- breiten. Die Bedeutung derselben ist mir nodi unklar geblieben, doch kann ich die Vernnitlmng nicht unterdrücken, dass, da ich Parenchymuniskelfasern manchmal deut- lich in ähidiche feinkörnige Fasern übergehen sah, wir es auch hier mit einer beson deren Form von Muskel zu thun haben möchten. Der Schlund wird nur durch seine Verbindung mit dem hinter ihm beginnend(?n Darm, und durch die sich an ihn ansetzenden Muskeln in seiner Lage erhalten. Nach ilem Zerreissen dieser Verbindungen kann er leicht isohrt werden, und zeigt dann oft noch längere Zeit selbstständige Contractionen , ähnlich wie sie an der SchlundWdire der Dendrocoelen in so ausgezeichnetem Grade vorkommen. Der Darm der Rhabdocoelen ist constant mit eigenthümlichen Zellen ausge- kleidet. Eine faserige oder structurlose Haut besitzt derselbe nicht. Die Zellen sind ruiHl. von 0,003-0,006'" Durchmesser, farblos und durchsichtig, und haben einen dun- keln, oft braungefärbten Kern. Tab. L fig. 35. Dieser besteht entweder aus einem ein- zigen scharf contourirten , einem Fetttröpfehen ganz gleichenden Körperchen, oder aus mehreren dicht verbundenen Molekülen, und hat in letzterem Falle oft eine mnegel- 1) Die rhabdocoelen Strndelwürnier etc. pap. 43. Tab. III. fig. 86. 29 massige Gestalt. O. Schmidt^) hat dieselben Zellen bei Vortex (Hypostomiim) viridis als eine zusamnicnhäii2;cndc Scliiclit isoliren kiinnen. Bei den ineistcni übrip;en lUiab- docoelen liegen sie nicht in der ^^'eise dicht aneinander. Wiinperbewegung im Innern des Darms, wie sie bei den mit einem After versehenen Turbellaricn vorkommt, habe ich sehr deuthch und constant bei IMacro- stomuni hystrix beobachtet. Die Speisereste waren hier im Grunde der Verdaiiungs- höhle in steter Rotation begriffen. Hei den übrigen Rhabdococien scheint dieselbe zu fehlen. Drüsenartigo Gebilde, welche zimi Verdauungsapparat zu rechnen, habe ich nur bei den Derostomeen gesehen. Es sind dies 3 oder i jederseits neben dem Schlünde liegende, mit einem Ausfiihrungsgang versehene Zellen, in welchen bei jungen Individuen deutlich ein Kern , später ein feinkörniger Inhalt unterschieden werden kann. Mit ihren Ausfiilirungsgängen liegen sie alle der Stelle zu , wo Schlund und Darm ein- ander berühren '^). Dieselben lassen sich den von Leijdig beschriebenen einfachen Drüsen von Piscicola und Ar gulus vergleichen 3). Vergl. Tab. III. Fig. 4. e bei Vortex viridis, Tab. IV. fig. 1. 5. 6. d bei Vortex balticus, pelluci dus, Dero- stomum Schmidtianum. Geschlechtsorgane. Nachdem die eingeschlechtlichen IMikrostomeen von den Rhabdocoelen entfernt sind, finden sich jetzt in dieser Ordnung der Turbellarien nm- hermaphroditische Thiere vor. Die männlichen Orgaue bestehen aus Hoden, Samenblase und Regat- tungsorgan , die weiblichen aus Keimstöcken, Dotterstöeken , Eiertascbe mul Samen - tasche. Durch eine Oeffniuig münden die Organe beiderlei Geschlechts. In allen Familien der Rhabdocoelen mit Ausnahme der Prostomeen kommen doppelte Hoden vor. Bei zwei Arten der Gattung Mesostomum, den auf Tab. V. fig. 1. 2. abgebildeten neuen M. obtusum und marmoratum, habe ich jedoch nur einen Hoden sehen können, ^vührend zwei andere neue Species derselben Gattung aus der Ostsee, deren specielle Beschreibung ich mir für die 2te Abtheilung aufspare, deut- lich doppelte Hoden besitzen. Bei den Opistomeen, Derostomeen unil bei I\Ia- crostomum sind constant 2 Hoden vorhanden. 1) 1. c. pa?. 31. Tab. H. fig. 4. b. 2) O. Schmidt envälint bei Vortex viridis auch einer drfjsigen Mass« an der bezeich- neten Stelle, ohne dieselbe jedoch naher zu beschreiben oder abzubilden. 3) Zeitschrift für vi issensch. Zoologie von v. 8iebold und KOlliker. Bd. I. pag. 109. Bd. II. 80 Die Hoden sind Schläuche mit einem engen Ausrdhningsgang, welcher in die Samenblase führt. Sie reichen oft von einem Ende des Körpers bis zum anderen, sind aber nie gewunden. Die Bildung der im reifen Zustande stets sehr langen, faden- förmio-en Sper matozoiden geht in denselben auf zweierlei Weise vor sich. Bei einio-en Arten finden sich die aus den Spermatozoiden- Mutterzellen entstandenen Keim- zellen zu 20-30 um eine homogene, durchsichtige Kugel gruppirt, um in dieser Lage die Samenfäden aus sich zu entwickeln, sei es durch Metamoq»hosc des Kerns oder Ausdehnung der Zellenwand selbst. Die strahlenförmig an der unverändert gebliebe- nen mittleren Kugel anhängenden Spermatozoiden lösen sich später einzeln ab, ver- lieren die kopfartige Anschwellung, welche sie im Anfang besassen, und werden fa- denförmi"-. Diese Art der Entwickelung , welche bei Annehden und anderen wirbel- losen Thieren schon ^-ielfach beobachtet ist, findet sich bei Monocelis und Macro- stomum hystrix. Siehe Tab. II. fig. 2-7. Bei Opistomum, den Derostomeen und Mesostomeen dagegen liegen die aus den Mutterzellen hervorgegangenen Spermato- zoiden -Keimzellen stets emzeln. Von den homogenen Kugebi oder einer Gruppirung zu besonderen Zellenhaufen ist nie eine Spur da. In ihnen bildet sich wahrscheinlich durch Umwandlung des Kernes je ein Samenfaden, welcher die Wand der Zelle erst vor sieh hertreibend, dann durchbrechend endlich frei wird. Tab. I. fig. 37 u. 38. Eine ei"-enthümliche Form der Spermatozoiden hat O. Schmidt^) von Opistomum pal- lidum beschrieben. Hier soU die Mitte des Samenfadens mit einer Anschwellung versehen sein, während eine solche sonst nur an einem Ende vorzukommen pflegt. Tab. I. fi°'. 39- a. Ich kann in dieser Form, welche ich ebenfalls häufig beobachtete, imr eine ei"-enthiimliche Entwickelungsstufe sehen. Die Spermatozoiden aus der Samen- blase zeigen die Anschwellung nicht, dagegen meist eine korkzieherartig gewundene Stelle da, wo vorher die Anschwellung war (Fig. 39. b). Bei den Samenfäden aus der weiblichen Samentasche ist jedoch auch diese verschwunden, und die Bildung eine wie bei den übrigen Rhabdocoelen. (Fig. 39. c). Die Samen blase stellt eine ovale oder runde, mehr oder weniger dickwandige Höhle dar, in welche einerseits die vasa deferentia einmünden, während von Ihr andrer- seits ein Canal nach dem penis führt. Ein Begattungsglied fehlt den Rhabdocoelen nur in den seltensten Fällen, so bei Mesostomum obtusum Tab.V. fig.l. iMeist ist dasselbe durch harte, Wider- haken bildende Theile sehr ausgezeichnet, zu deren Entfaltung eine Alt von Erection nothwendi"- ^vird. So bei Monocelis unipunctata Tab. II. fig. 10, Opistomum pallidum Tab. III. fig. 3, Vortex viridis Tab. DI. fig. 5. Bei anderen Arten stellt dasselbe eine einfache Röhre dar. so bei Vortcx balticus Tab. iV.fig.l. Derosto- mum Schmidt ianum Tab. IV. fig. 6. »nid bei den meisten Mesostomeen. Sehr lang ist dieselbe bei V. pellucidus Tab. IV. fig.5.. bei Mesostomum marmoratum 1) Die rhabdocoelen Strudelwürmer pag. 16. Tab. V. fig. 14. b. 31 Tab. V. fig. 2. Hakeiifürmig gekrümmt ist der penis bei IVTacrostomiim hystiix. Aus einer weichen Papille besteht er bei Moiiocelis agilis Tab. 11. lig. l.d., Mo- nocelis lineata fig. 12. d., Blacrostomum auritum Tab. V. fig. 4. e. Die Substanz, aus welcher die harten Thcile des penis gebildet sind, ist eine eigenthümliche, durch folgende chemische Eigenschaften ausgezeichnet: Von kalter con^ centrirter Kalilauge wird sie nicht verändert, ebensowenig von kaltem und kochendem Ammoniak; kochende Kalilauge löst sie schnell auf. Dadurch unterscheidet sie sich von dem Chitin. Concentrirte .Säuren lösen sie bei gewöhnHcher 'iVMiiperatiir nicht auf, Essigsäure und Salzsäure auch nach längerem Kochen nicht, während sie von kochen- der Salpeter- und Sclnvefelsäure allinählig gelöst wird. Gleiche chemische Eigenschaften bietet das von O. Schmidt als Giftorgan gedeutete Stilet von Prostomum lineare dar. Andere aus dieser gegen starke Säuren und Alcahen so resistenten Substanz gebildete Körpertheile finden sich bei den lUiabdocoelen nicht. Die weiblichen Geschlechtstheile sämmtlicher Khabdocoelen mit Ausnahme der Gattung Macrostomum zeichnen sich dadurch aus, dass Eikeime und Dotter- masse in verschiedenen Organen gebildet werden, und erst zur Zeitigung des Eies in ehien besonderen Eiersack zusammentreten. Diese auffallende Anordnung, welche O. Schmidt zuerst bei den ühabdocoelen kennen lehrte'), konnnt bei den Trenia- toden unter den Eingeweidewürmern nach v. Siebold' s^) Entdeckung ebenfalls vor. Bei den übrigen Ordnungen der Turbellarien findet sie sich nicht, sie niüsste denn bei den Süsswasserdendrocoelen ( der Gattung Planaria Orst.) , deren Geschlechtstheile noch nicht hinlänglich bekannt sind, noch nachgewiesen werden. Die Keimstöcke sind entweder doppelt vorhanden, bei Monocelis undeinem grossen Theil der Derostomeen. oder einfach. Sie stellen kurze und wesen ihrer Blässe oft sehr schwer zu findende Blindschläuche dar, welche 10-30 Zellen enthalten, mit einem durchsiclitigen feinkörnigen Inlialt, Keimbläschen und Keimileck. Die dem Ausfülirungsgang des Keinistockes zunäclist liegenden sind die grössten und kugelrund, am blinden Ende sind die Eikeime klein und abgeplattet. Die Dotter Stöcke sind stets doppelt vorhanden. Sie zeigen sich als lange, vielfach ausgebuchtete oder verzweigte Schläuche, im gefüllten Zustande durch ihre weisse Farbe und ündurchsichtigkeit leicht auffallend. Der Inhalt besteht aus Dotter- zellen und freien Dotterkörnchen. Keimstöcke und Dotterstöcke münden meist zusammen in einen Canal, m elcher in den Raum führt, in dem die Eier entwickelt und mit einer harten Schale umgeben werden sollen. Gleichfalls pflegt die weibliche Samentasche, zur Aufnahme der Spemiatozoiden nach der Begattung bestimmt, mit diesen Theil«n in Verbindung zu 1) I. c. pag. IG. 2) Vergleichende Anatomie pag. 142. 32 stehen. Hier kommen manclie Verseliiedenlieiten vor. welche erst bei der speciellen Beschreibung der Arten erwähnt «erden sollen. Ist Eikeim und Dottermasse in den Eiersack (uterus) eingetreten, und die Be- fruchtung geschehen, so beginnt die Bildung einer harten, erst farblosen später roth- braun erscheinenden Schale. Bei Vortex truncatus, V. pusillus n. sp., Prosto- mum lineare u. A. haben die Eier einen längeren oder kürzeren fadoiiförniigen Anhang, welcher "-leichfalls aus der braunen Eisclialenmasse besteht. O. Schmidl ' ) vermuthet, dass dieser Fortsatz sich in dem Canal bildet, welchen der Dotter passiren musste , um zum Uterus zu gelangen. Die Eier werden, nachdem sie die harte Schale bekommen haben, von dem Thiere noch eine Weile herumgetragen. Bei manchen bildet sich nicht eher ein neues, bis das erste entfernt worden, (V ort ex balticus, truncatus, Derostomum Schmidtianum u. A.). Bei Opistomum pallidum können bis 5 Eier zu gleicher Zeit im uterus liegen. Bei Anderen häufen sich dieselben in grossen Mengen bis 30 und mehr in einem Räume zwischen Darm und Haut an, in welchen sie vom uterus aus o-elangcn (bei Vor t ex viridis und vielen ^lesostonieen). Eine Entwickelung des Embryo habe ich im Innern der von dem Mutterthier noch beherbergten, hartschahgen Eier nur bei Vortex balticus gesehen. Hier ent- hält das immer nur einfach vorhandene Ei ganz constant zwei Keimbläschen, welche sich zu zwei Embryonen entwickeln , die vollständig ausgebildet nebeneinander im [Ei liegend beobachtet wurden. Tab. IV. fig. 2. Bei anderen Rhabdocoelen werden die Eier o-ele"-t, ehe die Entwickelung des Embryo begonnen hat. Dieselben können dann Monate lang trocken liegen , ohne dass ihrer Eutwickelungfähigkeit dadnrch ein Schade gescliieht. (Vergl. O. Sclimidt 1. c. pag. IS). Eine merkwürdige Erscheinung ist die, dass manche Rhabdocoelen hartschalige Eier enthalten zu einer Jahreszeit, in welcher sich die männlichen Geschlechtstheile der- selben noch kaum in ihren ersten Spuren zeigen, nämlich Ende des A\'inters. Bei noch kaum halberwachsenen Exemplaren von Derostomum Schmidtianum, Meso- stomum tetragonum, rostratum, pratense, welche ich im Februar und 3Iärz sammelte, entAvickclten sich nach kurzem Aufbewahren in der warmen Stube fast con- stant hartschalige Eier, während bei allen diesen Exemplaren noch keine Spur von Spermatozoen gefunden wurde. Die so gebildeten, und nach dem Legen sorgfiiltig auf- bewahrten Eier zeigten nach 2 Monaten noch keine Embryoentivickehmg. Auch im Freien habe ich im ersten Frühjahr hie und da solche offenbar zu früh ennvickelte hart- schaho-e Eier bei den angegebenen IMesostomeen gefunden. Die harte braune Eischale besteht aus einer Substanz, welche dem Chitin in seinem Verhalten gegen Alcalien und Säuren gleicht. Ich fand dieselbe vollkommen unlöslich in kochender concentrirter Kalilauge, in Ammoniak und Essigsäure, liislitih 1) Die rhabdocoelen Strudelwürmer pag. 29. 3 3 dagegen in kochender concentiirter Scliweft-l- imd Salpctersänre. sowie in einer massig conceiitriiten kochenden Chroinsäurelösung. Avciche nach ineinon Tleohaclitungcn aucli auf das ('iiitin lösend eiiiuirkt. In kocht'iidcr Saizsäuic ist die Subtsanx sehr schwer löslich. Ebenso verhielt sich die harte Schale der Eier von Planaria lactea, torva und nigra, sowie die lederartige Kapsel der Eier von Clepsine und Nepheiis '). Nicht alle Rhabdococlen legen hartschalige Kier. Einige iMes ostonieen und S chizostomuni Ar/'/«, gebären lebendige Junge, welche sicli in dünnen, durchsichtigen, farblosen Eihüllen im Körper entwickeln. (). Sdnnidl hat im .Sonnner mehrere mit einer grossen Anzahl .langen angefüllte Arten beobachtet 2). Gegen den Winter hin legten dieselben Arten jedoch auch braune hartschalige Eier. Eine Metamorphose machen die .lungen der Rhabdococlen nie duicli. Die beiden eiir/^igen l'.habdococlen. deren weibliche Geschlechtstheile von der oben beschriebenen Anordnung wesenthch abweichen, sind IMacros tomum hystrix und M. auritum. Tab. \'. fig. ;1 g. fig. 4. c. d. Hier finde ich Keimstock und Dotter- stock in einem Schlauch vereinigt, in dessen oberem Theile die Eikeime dicht gedrängt liegen, während sich im unteren die Dottermasse um dieselben ablagert. Die Eier entstehen so, dass sich der unterste Tlieil dieses Schlauches mit einem Keim- bläschen und dem dazu gehörigen Dotter abschnürt. Eine Jiarte, gefärbte Schale habe ich nie um das Ei gebildet gesehen. 1) Die Verbreitung des Chltin's bei wirbellosen Thieren zeigt sich in immer aiis!;edehn- terem Grade. Als wesentlicher ßestandtheil der Haut der hisecten, Arachniden, Cru- staceen und Borsten» iirmern iiametitlich durch C. Schmidt' s Arbeit (Zur vergleichenden Physiologie der wirliellosen Thiere 1845) bekannt, ist dasselbe von diesem Forscher neuerdings (.\rchiv für Naturgeschichte 1850. pag. 253 in Grube s vortrefflicher Arbeit ,,die Familien der Anneliden'') auch in der Haut der Hirudineen, Luni brici iien, Borsten Würmer und deren Röhren, ferner bei Sipunculus, Gordius und Ascaris nachgen lesen,, nachdem kurz vorher /?. Leuckart diesen Stoflf in der Haut von Pen tastonium gefunden hatte. Auch bei den Poly pen finde ich das Chitin. Die Eischale von Hydra viridis und der Polypenstock von Cani panu laria genisulata und Ser- tularia abietina (letztere vom Älittelmeer aus der Sammlung meines Vaters) besteht aus einem Stoff mit allen Eigenschaften des Chitins, wie sie oben angej^eben wurden, begabt. 2) Mesos 1 niu ni lingua. S ch izostom um prodiictuiii. Nach Focke gebärt auch Mesostomum Ehren bergii lebendige Junge. 34 II. Specielle Beschreibung der beobacliteten Arten. Opistomea. Mund im hinteren Theil des Körpers gelegen, Schlund schlauchförmig. Galtungen. Monocelis, Opistomum. MonOCelis. Örsted. (Tab. II.) Schlundröhre frei, ohne seitlich sich an dieselbe ansetzende Muskeln. Körper cyliudrisch, langgestreckt. Im vorderen zugespitzten Ende ein Otolith, bei einigen Arten noch vor demselben ein Auge. Ehrenberg stellte für die von O. Fr. Müller^) beschriebene Planaria ruti- lans die Gattung, Monocelis auf 2) ausgezeichnet durch das einfache mittlere Auge. und ordnete dieselbe den Dendrocoelen unter, gestützt auf die Miiller'sche Abbildung, welche einen verzweigten Darnikanal audeutete. Erst Örstcd^) characterisirte die Gat- tung genauer nach den 3 von ihm bei Kopenhagen beobachteten Arten Mon. unipun- ctata identisch mit Planaria unipunctata O. Fnbricius, Mon. lineata gleich Plan, lineata O. F. Maller und Mon. fusca. IMonocelis rutilans Ehrbg. wurde seit O. Fr. Midier nicht wieder gesehen; nach der oben citirten Abbildung kann dieselbe den 3 Ö»-.9/erf'sclien Arten wohl als 4te beigesellt werden. Orsted bringt die Gattung Monocelis ans Ende der Dendrocoelen. Den Darm fand er zwar nicht baumförmig verzweigt, sondern .,aus lauter kugelförmigen Blindsäcken bestehend." Die weitere Organisation betreffend erfahren wir von Orsted nur noch die Structur des Auges (des späteren Otolithcn) und die Form des Zeugungsgliedes. Fi'ey und Lcuc fear l'^) beobachteten an der Küste Helgolands IMonocelis lineata. Ihre \Jn- tcrsuchungen beziehen sich nur anf die Otolithen. Vergl. pag. 25. O. Schmidt-^) fand 1) Zool Dan. III. pag. 49. Tab. 109 ü-. 10. 11. 2) Synibolae physicae. Phytozoa Turbcllaria. 3) Knt>\urf etc. pag. 55. 4) Heitr.age etc. pag. S"2. 5) IS'eue Beiträge etc. pag. 18. Aniu. 35 auf seiner Reise n.Tcli den Färör uiid nach einer mündlichen Mittlieihni"; anch an der Norvcgischen Küste Mon. fusca. Ueber den Darmkanal saj;t derselbe: ..Örsled's Angabe ..Der Darmkanal ist nicht baumartig verzweigt, sondern besteht .aus lauter ku- gelförmigen Blindsäcken," ist sehr ungenau. Nicht nur, dass der baumartig verzweigte Darmkanal vorhanden ist, (womit aber, wie icli vermuthe, leicht t\'nt Dotterstöcke zusam- men geworfen werden können), tritt ausserdem nie die Nahrung in diese kugelförmigen, kurzgestielten und mit einer engen Ocfl'nung versehenen Blindsäckciien. Dass diese aber noch eine ganz andere Bedeutung haben müssen, wird Jedem einleuchten . der sich bei sorgfältiger Prüfung überzeugt, dass jede Kugel einen garbenförmigen Büschel langer Wimpern enthält, welciie vom Stiel aus ihren Ursprung haben, unil sich gebogen bis«^ " vi-Jo'^ an den anderen Pol der Kugel erstrecken." Ausserdem fand (J. Schmidi noch die voii ^ y % '^\ den Dotterstöcken getrennten beiden Keimstöcke auf. — Soweit die bisherigen Angaben h ■^ -^ der Schriftsteller. V^ ^ *V ^ Ich habe an der Ostseeküste in der Nähe von Greifswald 3 Arten dieser Gfat^'i *. tung beobachtet. ]Monocelis lineata und unipunctata Örst. und eine neue Species,X,4j^ ^ welche ich Mono celis agilis nenne. Der genauen Beschreibung derselben werde ich eine Zusammenstellung der Allen gemeinsamen Organisationsverhältnisse voranschicken. Zunächst bedarf es einer Erklärung, dass Mouocehs von mir nicht, nie bisher den Dendrocoelen, sondern den Rhabdocoelen zugerechnet worden ist. Dass sich Orsted in der Deutung der kugligen Blasen als Magenanhänge geirrt, hat (). Schmidt richtig erkannt. Speisereste finden sich in denselben nie, sondern allein Entwicke- lungsstufen der Spermatozoiden die ..garbenförmigen Büschel langer Wimpern" sind als solche aufzufassen. Diese vermeinthchen Darmanhänge sind also Ho denbläs- chen. Was O. »S'cÄ?«/rf/ bei Rlon. fusca als verzweigten Darmkanal ansieht, ist mir aus der Betrachtung der 3 hier vorkommenden Alten nicht ganz klar geworden. Letztere haben einen solchen entschieden nicht. Ueberreste der Nahrung habe ich nur bei Mo- nocelis agilis im Innern gesehen, und diese, aus einzelligen Algen bestehend, waren im hinteren Körpertheil wie in einem Bhndsack angehäuft. Die bei frisch gefangenen Thieren überall im Körper verbreiteten Fetttröpfchen hindern die Erkennung der Gestalt und Ausdehnung des Darmkanals. Nach mehrmonatlichem Aufbewahren der Thiere in einem kleineren Gläschen ist es mir jedoch gelungen bei Mon. agilis einen ganz lee- ren, hellen, graden Schlauch im Innern zu entdecken, den ich für nichts anderes als den leeren Darmkanal halten kann. Derselbe wurde an den durch langen Hunger etwas geschrumpften Thieren. ohne Compression mit einem Deckgläschen anzuwenden, constant aufgefunden. BeiMonocelis lineata und uni punctata lässt sich der Darm auch an frisch eingebrachten Exemplaren im vorderen von den Gcschlechtstheilen nicht eingenommen Körpertheil erkennen. Er stellt einen fast ganz mit Fetttröpfchen erfüllten Schlauch dar, welcher von den beiden seitlichen Dotterstticken leicht zu unterscheiden ist. An seinem Umfange zeigt er einzehie Ausbuchtungen, w eiche namentlich im zusam- Hien'rezogenen Zustande des Thieres stark hervortreten, und welche denen des Darms 5* 36 der Nemertinon äliiilith sind, einen Veis;kMcli mit den Darmverzweiginigen der Deiidro- coelen jcdocii nicht ausliaiteii. iXaoli läni;erein ^'('^^\•(•ill■^ in der (■efann-ensclial't st-lnvinileu (lie.sell)en ganz, luid der Dann stellt einen einfachen Schlanch dar. >«ach diesem bin ich nicht im Stande die tiattnnt:; .Monocelis als den Dendrococlen angehürig anzuerkennen. Der Körper der Monocelis- Arten ist drehrnnil. st.abförmig. IJ^'" (bei M. agilis) bis 3'" (bei INI. unipun ctata) lang, und g — ^"' breit, üeiin Kriechen an festen Ge- genständen bedienen sie sich des hinteren Körperenrics zum Festhalten. 'L\\ diesem IJe- hufe wird dasselbe abgeplattet und breit, und eine .Menge kleiner Papillen treten an der Oberiläche liervor. So bei 3Ionocelis agilis lig. 1. Dicht hinter dem vorderen etwas zugespitzten Körperende liegt in der Mitte ein Otolith, dessen genauere Beschreibung pag. :25 gegeben winde. Mon. agilis und lincata haben noch vor demselben einen schwarzen l'igmentfleck, welcher als Auge aufzufassen ist. Unter dem Otolithen liegt das ('entralnervensystem in Form eines Ganglion, dessen Umrisse jedoch trotz der grössten Mühe bei keiner Art dcuthch erkannt ^^■e^den konnten. Der Schlund liegt im hinteren Körperthei! vor der ]\Iundöflnuiig. ist sdilauchförmig, wie bei den Dendrocoelen. sehr beweglich uiul hervorstreckbar. AVassergefässe sind als zwei seitliche, vielfach verästelte Stämme vorhanih-n. Doch konnten dieselben nur an den durchsichtigeren Stellen des Körpers. Mündungen derselben nach aussen aber gar nicht erkamit werden (fig. ]. und 8.). Männliche und weibliche (ieschlechtstheile sind in jedem Individium vereinigt. Von diesem nehmen die Hoden den bei weitem grössten Raum ein. Sie bestehen aus lauter einzelnen kiigligen Blasen, \\elche von (Jrslcil für ]\Iagenl)lasen gehalten wurden. Sie liegen zu 30 — -40 im mittleren Drittheil des Körpers dicht aneinander , und umgeben den in der Axe des Thieres liegenden Darm. Dieselben enthalten Entwickelungsstnfen der Spermatozoiden ^^ie sie fig. 3— 7 abgebildet sind. Im ersten Frühjahr trifft man sie meist noch leer, sie stellen dann ganz geschlossene, dünnhäutige, ovale Zellen mit deutlich \vandständigem Kern dar fig. 2. Der letztere verschwindet bei der beginneinlen .S[ierina- tozoidenbildung, welche auf die pag. 30 beschriebene Weise vor sich geht, die ^^'anrlung der grossen Mutterzelle, deini als solche glaube ich die Hodenbläschen auffassen zu dürfen, erhält eine Oeffnung. um die reifen Samenfäden entleeren zu können. Vom April an fand ich bis in den Spätherbst stets die Hoden mit den bezeichneten Entwicke- limgsformen der Spermatozoiden gefüllt. Die sämmtJicheu Ausführuiigsgänge der Ho- denbläschen saunneln sich in zwei zartwandigen vasa di'ferentia, \\elche jedoch erst eine Strecke unterhalb der Hoden erkannt \\ erden konnten (e e). Dieselben münden je- derseits in eine im hinteren Körpcrtheil liegende Samenblase (fig. 1. 12. d. hg. !l. d). in welcher während der (Jeschlechtsreife ein dichtes Gewirre von Spermatozoiden gefunden ^\ir(l. Aus dieser führt daim ein pa))illenartiger penis , \velcher nur bei IMonocelis unipuuctata (und bei !\[. fusca luich Orsivil und Sr/nniilt) mit harten Theilen be- waffiMJt ist, nach aussen, der (Jeschlechtsöffnung (lig. 1. f(. k.) zu. Die weiblichen Generationsorgane bestehen aus doppelten Keim- und Dotterstö- cken . von welchen die ersteren (fig. 1. M. V'l. f) zu den Seitendes Schlundes Hegen, und 37 kurze Schläuche «larstellen, in welchen eine geringe Anznlil Eikeinie mit Keimbläschen und Keimlleck enthalten sind, von denen die kleinsten im oberen blinden Ende, die griissten dem unteren Ausführungsgange zu liegen. Die Dottcrstöcke , nur bei M. uni- punctata und lineata erkannt, stellen grade, viellach ausgebuchtete Schläuche dar (flg. 9. 1-2. g). Ein receptaculum scminis findet sich bei eben diesen Arten (fig. 9. d. fig. 1-2. h). In welcher Weise und an welcher St(dle die Bildung der Eier geschieht, ob dieselben vor dem Legen eine harte Schale erhalten oder nicht, wie die Entwicke- lung der .Jungen vor sich geht, koimte bei keiner Art beobachtet werden. Wahrsclieinlich ist, dass die Eier sehr schnell nach dem Zusammentritt der Dottermasse und des Eikei- mes gelegt \\ erden, und daher dem Beobachter entgingen. Monocelis agilis uov. spec. Tab. U flg. l. Körper 1 — l^'" lang, i'" breit, vorn zugespitzt, hinten abgestumpft, durcli wenig feinkörniges Pigment, welches an der vorderen Spitze besonders angehäuft ist, bräunlich gefärbt. Ein Otolith und darüber ein schwarzbrauner Pigmentlleck im vor- deren Körperende. Der penis papillenartig. ohne harte Theile. Diese Art ist die kleinste der bisher beobachteten. Von M. fusca. mit wel- cher sie. was die Färbung betrifl't, am meisten Aehiilichkeit hat, ist .sie durch die Grösse und namentlich durch die Form des Zeugungsgliedes unterschieden. Die vordere Spitze ist mit einigen längeren steifen Tasthaaren versehen, stäbchenförmige Körper finden sich in sehr geringer Anzahl ebenfalls in derselben. Bei einem einzigen unter etwa 50 im (ianzen von mir beobachteten Exemplaren war von dem Gehörapparat keine Spur vor- handen, dabei der Pigmentlleck aber in gewöhnlicher Form. Die Hodenbläschen cc sind wie bei den übrigen Arten, die vasa deferentia ee münden in die Sameublase d, und dieser sitzt der papillenartige, weiche, muskulöse penis unmittelbar auf. Die Gesclilechtsöffnung k liegt noch hinter demselben. Die Keimstöcke ff hegen etwas weiter nach hinten als bei den anderen Arten. Sie vereinigen sich zu einem gemeinschaftlichen Gange, welcher in einzelnen Fällen noch eine Strecke weit nach hinten verfolgt werden konnte. Dotterstöcke und receptaculum seminis wurden nicht gesehen. Diese Art ist sehr häufig an der Küste bei Greifswald, und wurde vom Früh- jahr bis in den Spätherbst beobachtet. Sie hält sich an den einige Fuss unter der Ober- lläehe des Wassers wachsenden Algen auf. und kann durch Abspülen derselben in ei- nem Glase leicht erhalten werden, doch seh\^ immt sie auch gern frei im Wasser, und Ist sehr behend. Mit den anderen Monocelis- Arten kommt sie nie zusammen vor. 38 Monocelis imipuuctata ürsied. Tab. II flg. S — 10. Planaria unipunctata O. Fahricius Konirel. Danske Videnskabernes Afhandlinger II. pa,!;. 21. Tab. I. G. Monocelis uni|)unctata Oersted Eiituiirf ei. System. Einth. etc. pag. 56 Tab. I, fig. 1. 4. Diesiny Systema helminth. 1. pag. 185. Körper 2 — 3'" lang, ^"' breit, vorn etwas .schmaler als hinten, ganz wei.ss. Ein Otolith, aber kein PigmentHeck im vorderen Kürpereude. Das Begattungsglied im erigirten Zustande mit vielen harten Widerhacken besetzt. Durch ihre bedeutende Länge, .sowie den Mangel eines Pigmentfleckes über dem Otolithen ist diese Art von den übrigen leicht zu unterscheiden. Tasthaare an der vorderen Körperspitze (fig. 8) sowie stäbchenförmige Körper- chen finden sich wie bei der vorigen Art. Zellen mit kleinen 0.007'" langen Stäbchen wurden auch im hinteren Körperende gesehen (fig. 9). Hinter dem Otolithen liegt ein Ganglion, wel- ches jedoch nur in seiner oberen, dem Otolithen zugekehrten Begrenzung erkannt wer- den konnte. Die Hodenbläschen (fig. 9 cc) sind wie bei der vorigen Art, ebenso die Keimstöcke ff, welche jedoch etwas höher liegen, neben der Wurzel des Schlundes. Die Dotterstücke (gg) stellen zwei lange grade, vielfach ausgebuclitete Schläuche dar, und liegen jederseits einer neben dem Darm. Eigenthümlich sind die ausführenden Theile des Geschlechtsapparates. Die Samenblase d' liegt am Ende ehies Schlauches p, welcher in seinem Innern eine Menge einwärts gebogener harter Häckchen enthält, welche bei starkem Drucke des Thieres unter einem Deckgläschen durch die Samenblase hindurch- getrieben werden können , und dann an der Oberfläche eines ausgestülpten, pjramiden- fürmigen Fortsatzes der Samenblase erscheinen (fig. 10), welcher als Begattungsglied aufgefasst werden muss. Die Häckchen sind an der Basis des erigirten penis grösser und 2 — 3 spitzig (in fig. 10. b bei 500 maliger Vergrösserung dargestellt), nach der Spitze zu werden sie immer kleiner. Der Schlauch p steht an dem nicht der Samen- blase zugekehrten Ende mit einem anderen gleichbreiten Canale hi in Verbindung, welcher von der Gegend der Keimstöcke herabsteigend wahrscheinhch der Ausführnngsgang der letzteren ist. Im hinteren Körperende nicht weit von der Geschlechtsöfl'nung k endet dieser Kanal ebenfalls in einer mit Samenfäden angefüllten Blase d . welche ich für das receptaculum seminis halte. Dieselbe wurde auch bei vollständiger Geschlechtsreife oft leer gefunden. Ob von der Geschlechtsöffnung noch ein Canal zu derselben hinführt, wurde nicht erkannt. Ein Theil dieses eigenthümlichen Canales nebst dem mit Widerhacken besetzten penis ist auch schon von Örsted. wenngleich sehr unvollständig, abgebildet worden (Tab. I fig. 4.) Was er als „harte mu.skulöse Scheide'- betrachtet, ist mir unklar gebheben. Diese Art findet sich nicht selten an der ilachen Ostsee -Küste bei Greifswald unter kleinen Steinen und Holzstücken, welche nur halb oder höchstens I Zoll hocli 39 vom Wasser bedeckt sind. Tiefer habe ich sie nie gefunden. Sie schwimmt in Glä- sern aufbewahrt nicht frei im Wasser, sondern häU sicli versteckt auf dem Boden des Glases auf. O. Fabricius und (Jrstcd fanden sie bei Kopenhagen im Sunde ebenfalls häufio; am flachen Strande. Monocells lineata örsted. I Tab. II. flg. 12. Oersted Entnurf etc. pag. 57. Diesin/j Systema helminth. I. pag. 185. Körper 1^ — 2^'" lang, ^"' breit, vorn zugespitzt, hinten abgestumpft, rein weiss. Vor dem Otolith ein schwarzer Pigmentileck. Der penis papillenartig ohne harte Theile. Orsted fülirt als synonym Planaria lineata O. F. Müller verm. terr. et fluv. bist. I. 2. pag. 60 und Prodrom. Zool. Dan., pag. 222 auf. Die Besckreibung passt jedoch nur in Bezug auf das eine schwarze Auge. Einen weissen Streifen auf grauem Grunde, welcher Veranlassung zu dem Namen gab, finde ich bei meinen Exemplaren nicht, so wenig wne Örsted eines solchen er\\ähnt. Ich glaubte desshalb dieses Synonym strei- chen zu müssen Diese Species ist von IVIonocelis agilis, der sie in Bezug auf den Pigment- fleck über dem Otolithen und die Form des penis gleicht, durch ihre Grösse und die rein weisse Farbe, so^^ie auch durch ihre Lebensart unterschieden. Mit M. unipun- ctata stimmt sie in Grösse, Farbe und Körpergestalt fast übereiu. Orsted bildet auf dem Holzschnitt fig. 10 pag. 57 zwei seitlich zum Otolithen herantretende Nerven ab. Diese habe ich nicht gesehen, und glaube auch nicht, dass sie existireu. Der Otolith schien mir auch hier wie bei M. unipunctata einem Ganglion unmittelbar aufzuliegen. Hodenbläschen, Keimstöcke und Dotterstöcke stimmen ganz mit denen der vorigen Art überein. Zwei vasa deferentia e e führen zu der Samenblase d, welche \ne bei M. agilis in einen papillenartigen penis ausmündet. Li der JMitte zwischen dem Schlünde und der Samenblase fand sich bei vielen Exemplaren eine An- häufung von sich sehr lebhaft bewegenden Spermatozoiden h, welche wahrscheinlich durch die Begattung hier deponirt wurden. Dieselben waren nicht in einer Llase (recepta culum semiiiis) eingeschlossen, sondern lagen in 8 — 10 kleineren Bläschen, welche um eine mittlere Blase als Centrum gruppirt \varen. iManche dieser Bläschen waren ganz leer, andere enthielten nur 2 oder 3 Samenfäden , w eiche sich in dem verhältnissmässig weiten Behälter lebhaft bewegten. Bei Opistomum pallidum werden wir unten etwas Aelmliches finden, indem auch hier die durch die Begattung übergeführten Samenele- mente sich in mehreren kleineren Bläschen vertheilen. welche oft unregelmässig zerstreut liegen. Ganz in der Nähe des hintern Körperendes unserer Monocelis bei i, wurden einige Male auch solche Bläschen mit Spermatozoiden gefunden. 40 Diese Art koimnt nach Örsted's uiiil meinen Reobaclitungen in ganz denselben Verhältnissen wie die vorige Art. doch bedeutend seltener vor. Ich habe sie nur im hohen Sommer einige Male gefunden, und zwar stets geschleclit,sreif. Opistoiniim o. sc/mhn. Sohlundrölire durch seitlich sich an dieselbe ansetzende Mus- keln in ihrer Lage befestigt. Körper platt, lang gestreckt. Keine Ge- hör- noch Gesichtsorgane. Opistooiurn pallidum o. Scinnitii. Tab. III flg. 1-3. Die rhabdocoelen Strudelwürmer etc. pag. 38 Tab. ^ fig. 14. Diesiiifj Systema heliuinth. I. pag. 233. Körper 1^ — 2"' lang, ^"' breit, vorn abgestumpft, hinten zugespitzt. Farbe gelbhch weiss. Die anatomischen Verhältnisse dieser Species. welche die einzige ihrer Gattung ist. sind von O. Sr/niiidt , der mir ^venige Exemplare beobachten konnte, zum Theii sehr unzureichend dargestellt. Icli lasse daher eine ausführliche, nach einer sehr grossen Anzahl von Exemplaren entworfene Beschreibung folgen. lieber die feinere Structur der Haut vergl. pag. 10. Stäbchenförmige Körper- chen finden sich in derselben sowenig wie unter derselben. In dem vorderen Körper- theil liegt das Centr.ilnervensystem, ein Doppelganglion nut 3 nach oben, nach der Seite und nach unten jederseifs abgehenden IServen (fig. La). Vgl. p. 22 u. Tab. I. fig. 26. Der Verdauungskanal beginnt Lni hinteren Körpertheil mit der Mundöflinmg (fig. 1. b), welche von blassen Hautmuskeln zum Erweitern und Verengern umgeben ist. Nach vorn zu folgt der Schlund (fig. 1. c), eine stark muskulöse Eölire. mit einem knopfförmigen , an der Oberlläche wimpernden Mundstück (fig. 2. c) und einem längeren dem iNIagen zugekehrten Schlundstück. Die ^Iiiskuiatur ist in beiden gleich, äussere Ring- und innere Längsfasern. Zwischen den letzteren sind Gänge, mit einer feuikör- nigen Flüssigkeit gefüllt. Vergl. pag. 28. Da wo sich beide Abtheilungen des Schlundes berühren . setzen sich ringsum an denselben zahlreiche .Muskclfäden an. welche an der inneren Oberlläche der Haut in der Nähe entspringen . und zur Bewegung des ganzen Schlundes dienen. Dieser kann behufs des Ergreifens der Nahrung oder auch beim Ausspeien «lerselben . w enii der Druck eines Deckgläschens das Thier belästigt, ziendich weit /.ur IMundötlnung herausgeschoben Averden. Nach \wi\ folgt iler Magen, welcher duich keine bestinnntc Wand gegen das 41 Parencliym absjegrcnzt orsclieint, mit den pag. '28 bescluicbenen und Tab. I fig. 35. ab- gebildeten Zellen unvollständig ausgekleidet. Er erstreckt sich nie binter den Schlund. In seinem Innern trill't niiMi einzellige Algen, Iläderthiere u. dergl. Den Angaben O, tScfimidt's, dass der Schlund tonnenfürmig , wie bei den Dero- stomecn sei, und mit seiner Oeftnung dem Vorderende zu liege, desshalb mit demlNIagen einen spitzen Winkel bilde, kann ich nicht beipflichten. Den vom Verdauungskanal nicht eingenommenen Raum erfüllen fast ganz die Geschleclitstlu'ile. Die Hoden dd sind zwei lange Schläuche, welche mit ihrem blinden Ende bis dicht unter das Centraliicrvensystem im vorderen Körpertheil reichen, an dem entgegengesetzten jeder in einen Canal, vas deferens fig. 1. 2. ee, übergehen. Beide münden dicht nebeneinander in ein flaschenförraiges Organ f, welches in seinem Bauche die Samenblase, in seinem Halse den penis enthält. Letzterer fig. 1.2. g stellt einen langen, ge^^undenen, aus der Samenblase ausführenden Canal dar, welcher im Innern mehrere Reihen dicht nebeneinander liegender, einwärts gebogener, kleiner Häck- chen enthält, und mit einer hutartig aufsitzenden, ebenfalls ans lauter mit den Spitzen aneinander liegenden Häckchen bestehenden Kappe endigt. Von dieser gehen zwei harte Stäbchen nach abwärts , ixnd schliessen die Contour des Flaschenhalses nach oben ab. Die ganze Flasche hegt in einer dünnhäutigen Scheide, welche sich über den penis hinaus bis zur Geschlechtsüffnung h verlängert. Der Ausführungsgang der Samenblase wird, um als penis zu fungiren, seiner ganzen Länge nach umgestülpt, wodurch die Häckchen nach aussen treten, und dem aus der Geschlechtsöffnung weit hervorste- henden Ghede ein Ansehn wie in Fig. 3 geben. Die vorher an der Spitze befindli- chen beiden harten Stäbchen hegen jetzt an der Basis gleich zwei Strebepfeilern. Durch Druck konnte ich den penis immer nur luivollständig zur Umstülpung bringen. Dagegen sah ich einmal an einem todten Exemplar, welches mit einem anderen zusammen in einem engen Gläschen längere Zeit gelebt hatte , das Begattungsglied vollständig so eri- girt. vde fig. 3 dasselbe zeigt, und in seiner ganzen Länge aus der Geschlechtsöfinung hervorragen. Was die Spermatozoiden betriflt , so vergleiche man über deren Ent^vicke- lung und Gestalt pag. 30. Die weiblichen Geschlechtsorgane bestehen aus z^^^ei Dotterstöcken, einem Keimstock, Scheide und receptaculum seminis, so^vie Eiertasche oder uterus. Erstere mra sind zwei lange, schmale, etwas buchtige Scldäuche, welche dicht mit Dot- terkörnchen und Zellen angefüllt sind. Ihr blindes Ende liegt in der Nähe der vorderen Körperspitze, an dem entgegengesetzten münden beide nebeneinander dicht neben der 3Iundöfl'nung in einen Raum fig. 2. o . welcher vor der Geschlechtsreife viele kleine gekernte Zellen, später Dotterkörnchen enthält, und in dessen Mitte das recepta- culum seminis fig. 1. 2. k hegt. In dieses gelangt man von der Geschlechtsöffnung h aus durch eine lange ziemlich starkwandige Scheide i , welche in ihrem Anfangstheil weit und muskulös, gegen das receptaculum hin eng und sehr blass ist. G 42 Neben dem Raum, in welchen die Dotterstöcke münden, liegt der Keimstock 1, 10 — 12 Eikeime eiithaltciid. und ebenfalls neben ilim der Eiersack n. in welchem die Dottermasse und Keimbläschen zusammentreten, und mit einer harten Eischale umgeben werden. Dieser mündet an der Geschlechtsüftnung h nach aussen. Gleich nach der Begattung findet man die weibliche Samentasche gedrängt voll Spermatozoiden, wie in fig. 1 k. Einige Tage später zeigt sie sich jedoch ^ueder leer (fig. 2. k. wo ihre dicke Wandung und eine nach der Behandlung mit (!hromsäure einmal deutlich gesehene centrale Oeffnung abgebildet ist). Dagegen liegen einzelne Samen- portionen in der Umgegend derselben in ovalen Bläschen eingeschlossen entweder in dem Räume, in welchen die Dotterstöcke einmünden, oder auch ausserhalb desselben. So in fig. 2. Wenn diese noch zur Begattung verwandt Averden sollen, wie es wahr- scheinUch bleibt, da die Spermatozoiden noch die lebhafteste Bewegung zeigten, so müssten sie zusammen mit Keimbläschen und Dottermasse durch einen nicht zur Beob- achtung gekommenen Canal in den unmittelbar anliegenden uterus übertreten. Nach Analogie der Geschlechtstheile des unten zu beschreibenden Vortex viridis könnte man auch folgenden Vorgang bei der Bildung des Eies annehmen. Wenn eine Commu- nication des Keimstockes und des Raumes, in welchen die Dotterstöke münden, mit der Scheide existirt, so dass der Inhalt der ersteren in letztere ehitreten kann (eine Annahme, die nach den Beobachtungen an Vortex viridis nicht unwahrscheinhch ist), so könnten Eikeim. Dottermasse und Spermatozoiden durch die Scheide rückwärts wandernd leicht in den uterus, welcher in der Nähe der Geschlechtsöffnung mit der Scheide commuui- cirt, gelangen. Hier Avürde dann die Bildung der harten Schale vor sich gehen. Die Eier sind braungelb gefärbt, und nicht ganz vollständig oval, sondern, wie die Abbildung in fig. 2 zeigt, gegen die Geschlechtsöffiuing hin mit einem stumpfen Fort- satze versehen. Der uteius ist dünnwandig, nicht muskulös, aber sehr ausdehnbar. Er kann 5 Eier zu gleicher Zeit enthalten, von denen eins nach dem anderen gebildet wird, und das hinterste das jiuigste ist. Von dieser Darstellung der Geschlechtstheile weichen die Angaben von O. Sc/anidt sehr ab. Doch glaube ich, dass er dieselbe Species vor sich gehabt hat. Seine un- vollständigen Beobachtungen beruhen, wie er selbst sagt, auf Mangel an hinreichendem Material. Ich fand dieses schöne Turbellarium zuerst im December bei Thauwetter in einem seichten Wiesengraben zusammen mit Jungen von V ort ex viridis. Die Ge- schlechtstheile waren noch nicht ganz entwickelt, doch zeigten sich nach wenig Tagen Aufenthalt in der warmen Stube die reifen Spermatozoiden in der Samenblase, und die Kntwickelung der Eier begann. Den ganzen \A'inter hindurch habe ich es sodann auch unter dem Eise beobachtet, doch war meist eine wenn auch nur kurze Stubenwärme erforderlich, die Geschlechtstheile zur vollständigen Entwickelung zu bringen. Nie brachten es die Thiere auf mehr als 5 Eier, walirscheinlich entledigten sie sich daiui derselben. Auch einzelne kaum ^'" lange Exemplare knuieu unter den Erwachseneu vor. Dei- 43 Schlund derselben hatte eine grosse Aehnlichkeit mit dem der Mesostomeen. Doch ver- rietli die in der Anlage schon vorhandene Jlaschenfürmige Samcnblase ihre Opistomum- Natur. Im März winden die Thiere auch im Freien geschlechtsreif angetroffen , wurden jedoch seltener. Im Mai habe ich weder an dem ersten noch an mehreren anderen mittlerweile entdeckten Fundorten eine Spur von ihnen auflinden können. Aus den Eiern, weicheich nach dem Tode der 3Iutterthiere isolirt aufbewahrte, sind nacli meh- reren Monaten noch kenie Jungen ausgekrochen. Derostomea. Mundöffnung etwas hinter dem vorderen Körperende. Schlund tonnen förmig. ■o' Gattungen: Vortex, Derostomum. Dnges war der Erste, welcher diejenigen Rhabdocoelen , welche wir in oben- stehender Famihe begreifen , als zusammengehörig erkannte. Er bildete für sie die Gat- tung Derostomum*), ausgezeichnet durch den in der Nähe des Vorderendes liegenden Mund. Die Familie der Derostomeen, in dem Sinne wie wir sie hier nehmen , wurde von Örsted'^^ aufgestellt, und in zwei Gattungen getheilt, Vortex (von Ehrenberg zuerst gebraucht) mit der Mundöffnung am Ende des Schlundes und Derostomum mit einer spaltförmigen 3Iundöffnung an der Unterseite des Schlundes. O. Schmidt ^^ folgte dieser Eintheilung , bildete jedoch noch eine neue Gattung Hypostomum, welche sich von Vortex dadurch unterscheiden sollte, dass der Mund (besser Schlund) schräg von unten nach oben verlaufend mit dem Magen einen Winkel bilde, während bei Vor t ex beide in einer horizontalen Ebene liegen. Ich habe mich durch vielfache Untersuchung von Hypostomum viride Schm., der einzigen Species dieser Gattung, überzeugt, dass dieselbe weder in der Anordnung des Verdauungskanales noch der anderer Theile so wesentlich von Vortex abweicht, dass sie den Typus einer neuen Gattung abgeben könnte. Der Schlund aller Derostomeen bildet , wenn seine vordere Oeffnung der an der Bauchseite des Thieres hegenden Mundöffnung genähert wird, einen wenn auch sehr stumpfen Winkel gegen den in der Axe des Thieres liegenden Darm. Dieser Winkel ist nur bei Hypostomum am auffallendsten, weil die Thiere den grössten Querdurch- 1) Ann. d. sc. uat. 1 Ser. Tom. 21. pag. 76. 2) Entwurf etc. pag. 64. 3) Die rLabdoc. Strudeln-, pag. 28 6* 44 messcr unter allen Derostomeen haben. Somit liabe ich mich veranlasst gesehen, die Gattung Hypostoniuni zu streichen, und iiire einzige Species als ^'o^tex viridis aufzufilhren. Der Gattungscharacter von Derostomum ist nach Orsted und Scfimidt eine Längsspalte an der Unterseite des Schlundes. Orslcd fügt noch besonders hinzu, dass der Schlund vorn geschlossen sei. Ich habe Derostomum unipunctatum Örst. Sc/imidt, welches ich nach Dirsiiig's Vorgange D. Schinidtianum nenne, beob- achtet, inid finde den einzigen Unterschied im Bau des Schlundes zwischen ihm und Vortex darin, dass wo bei Letzterem sich die vordere runde OefiFnung findet (Tab. DL fig. 4. d I)ei Vortex viridis) , bei ersterem ein Querspalt vorhanden ist (Tab. IV. fig. 6. d). Dieser kann jedoch durch die Action der ^luskeln ebenfalls zu einer runden Oelfnung werden (Tab. IV. fig. 9.), worauf kein Unterschied zwischen dem Schlünde von Vortex und Derostomum mehr obwaltet. Da jedoch die gewöhnhche Form des Schlundes die mit einer Querspalte ist, ausserdem die Anordnung der Geschlechtstheile und der ganze Habitus manches von Vortex Abweichende zeigt, so habe ich die Gattung De- rostomum noch beibehalten, die Characteristik derselben aber dem Obigen gemäss umgeändert. Was die Organisation der Derostomeen im Allgemeinen bfitrifFt, so schicke ich der speciellen Beschreibung der einzelnen Arten Folgendes voraus: Das Nervensystem ist bei allen erkannt, und stellt ein Doppelganglion dar, auf welchem die beiden Augen, wenn solche vorhanden, entweder unmittelbar ruhen (Vortex balticus Tab. IV. fig. 1. a Derost. Schmidtianum Tab. IV. fig. G. a), oder von welchen aus ein besonderer nervus opticus zu den Augen hinläuft (Vortex viridis Tab. III. fig. 4. a). Augen fehlen bei V. pellucidus Tab. IV. fig. 5. Ob Örsfed's V. coecus mit unserem V. pellucidus identiscii ist, kann wegen Jlangcls einer Beschreibung der ersteren Art nicht ausge- mittelt werden. Die Mundöflnung, welche nacli der Characteristik der Familie nicht weit vom Vorderende des Thieres liegt, kann willkührhch durch Verschiebung unmittelbar an die vordere Körperspitze verlegt werden. Dies findet bei manchen Arten, wenn sie sich zum Fressen anschicken, sehr gewöhnlich statt. .So bei Vortex balticus Tab. IV. fig. -3. 4.. wo zugleich das eine I\Ial eine sehr bedeutende Erweiterung der ]Mund- und Schlundöifnung behufs der Aufnahme eines grossen Brachionus stattfindet, das andere Mal der Schlund fast um seine Hälfte aus der JMundüflaung vorgestreckt ist. Aehnli- ches sah ich bei jungen Exemplaren von Vortex viridis. Der Schlund besteht aus Längs- und Kreisfasern, und ist sehr dickwandig. Dicht hinter dem vorderen Ende setzen sich an ihn zahlreiche . von der Innern Oberlläche der Haut in der Nachbarschaft entspringende iVIuskelfasern an, welche wi«' bei Opistomum zur Bewegung des Scldun- des dienen. Von der Stelle an , wo sich diese Muskeln ansetzen , bis zur vorderen Oeff- nung liegen sehr dicht aneinander zarte Längsmuskeln , welche wie ein zierlicher Kragen den vorderen Thcil des Schlundes bedecken. (Tab. III. fig. 4. d. Tab. IV. fig. 9. von 45 Vorfex viridis und Derostoiuum Schinidtiaiium.) Diese Bildung wurde nach dem Deiianilehi der Tlii(!re mit verdünnter Cliromsäiire (vgl. ji. 19.) leicht erkannt. Beob- achtet man eine der durchsichtigeren Derostomeen beim sclniellen Schwimmen oder Krie- chen, so wird man den Schlund fast constant eigenthünilich verändert gegen den vor- herigen Zustand beim langsamen Fortbewegen des Tliieres finden. Er scheint jetzt wie seiner ganzen Länge nach gespalten, eine helle breite Linie zieht sich auf demselben vom Vorder- bis zum Hinterrande hin (Tab. IV. fig. S. vom Derost. Schmidtianum). Setzt sicli das Thicr in Ruhe, so verschwindet dieser Längsspalt augenblicklich wieder. Dieses eigenthünilich e Phäiiomen, welches ich bei allen 4 unten beschriebenen Species, so wie bei mehreren anderen beobachtete , veraidasste mich zuerst zu glauben , dass der Schlund ausser seiner vorderen Oeftnung auch noch einen für geirühnüch unsicht- baren Längsspalt öffnen könne, ähnlich dem von (Jrstcd als für die Gattung Derosto- mum characteristisch angegebenen „Längsspalt an der Unterfläche.'- Nach der Örsted'- schen Abbildung vermuthe ich mit Bestinuntheit, dass er nichts anderes mit diesem Längsspalt meint, als die ebenbeschriebene Bildung, welche freilich nicht Derost o mum ausschliesslich, sondern allen Derostomeen gleichmässig zukommt. Durch die umständ- lichsten Beobachtungen glaube ich mich jedoch überzeugt zu haben, dass diese Erschei- nung nicht von ehiem solchen Spalt in der Wandung des Schlundes herrührt, sondern durch die auseinander weichenden inneren Wandungen des Schlundes bedingt wird. Diese liegen nämlich in dem Zustande, in ^velchem wir die Thiere fast allein beobachten können (auf einem Glastäfelchen in wenig Wasser und wohl gar unter einem Deckgläs- chen), und in welchem sie keine Neigung zum Fressen haben, vermöge ihrer Dicke so dicht aneinander, dass jedes Lumen des Schlundes verschwunden ist. Sind die Thiere nicht durch ein Deckgläschen gedrückt, und ist der Tropfen Wasser, welcher sie umgiebt, nicht zu niedrig, so beginnen sie bald ihre gewohnten schnellen Bewe- gungen, und zugleich mit dem Eintritt derselben öffnet sich auch der Schlund, um den durch den Wimperstrudel einströmenden Nahrungsmitteln freien Durchgang zu gestatten. Dieses Oeffnen der Sclduudpassage ist es, welches dem tonnenförmigen Organe das beschriebene Ansehn giebt, als habe seine Wandung einen Längsspalt erhalten. Wo Schlund und klagen zusammenstossen, finden sich die pag. 29 beschrie- benen eigenthümlichen Drüsen (Tab. IIL fig. 4. e. Tab. IV. fig. 1. 5. 6. e.) Die männhchen Gescldechtstheile der Derostomeen haben das gemein, dass con- stant 2 Hoden, eine Samenblase und ein mit harten Theilen bewaffneter penis vorhan- den sind. Erstere sind entweder lange cyhndrische Schläuche (Vort. viridis Tab. III. fig. 4. Derost. Schmidtianum Tab. IV. fig.6. gg.) oder kugelförmige Drüsen, welche unmittelbar neben dem Schlünde im vorderen Körpertheil liegen, und mit einem langen vas deferens in die Samenblase ausmünden (Vort. balticus Tab. IV. fig. 1. V. pel- lucidus fig.5. gg). Letztere Bildung hatO. Schmidt bei Vortex pictus erkannt, während ihm von den langen cylindrischen Hoden von V. viridis nur einer deuthch erschienen ist. Die Bewaffnung des penis ist bei den einzelnen Alten sehr verschieden. Am merk- 46 würdigsten untl aufTallendsteii zeigt sicli dieselbe bei \'ort. viridis (Tab. III fig. 4. k. fi"^. 5.)? ^vo sie auch (). Sc/imhit genau beschrieb, ilire Bedeutung jedocli nicht erkannte. Zwei harte Leisten umfassen das untere Ende der birnförinigen Samenblase , und setzen sich nachdem sie durch eine Brücke verbunden worden, jede in eine schmale, bieg- same mit 11 — 13 langen, harten Hacken besetzte Platte fort. Dieser Apparat liegt für n-ewöhnlich so zusammengefaltet, dass die Hacken nach innen stehen, und sich von beiden Platten aus gegenseitig kreuzen (Tab. III. hg. 4. k) , und auf diese AN'eise leicht in die Geschlechtsüffnung eines anderen Individuums eingeschoben werden können. Bei der Entfaltung des Organes biegen sich die beiden Platten nach auswärts (fig. 5), in Folge dessen die gebogenen Ansätze als Widerhacken wirken müssen. Einen ähnhchen Ap- parat sah ich, wie O. SchvihU. bei V. truncatus. Ferner beobachtete ich ihn bei einer neuen Species , der vorigen ähnlich, und Schmidt beschreibt ihn noch bei V. pictus. Ganz anders ist der penis bei V. balticus (Tab. IV. fig. Li.) wo er einem Flaschenhalse gleicht, bei V. pellucidus (fig. 5. i.), wo er eine lange, feine Röhre dar- stellt, über deren INIündung nocli eine beinahe ebenso lange solide Borste hinausragt. Bei Derostomum Schmidtianum gleicht das Begattungsghed (Tab.IY. fig. 6. i.) einer conischen Röhre. Die weiblichen Generationsorgane sind bei allen Derostomeen als 2 Dotterstöcke, und 1 oder 2 Keimstöcke erkannt. Bei einzelnen Arten ist die Eiertasche und das re- ceptaculum seminis ebenfalls nachgewiesen. Eigenthihnlich ist es, dass, während die Dotterstöcke stets paarig vorkommen, die Keimstöcke ebenso oft unpaar wie paarig beobachtet wurden. Ersteres Verhältniss zeigt sich nach Schvüdt bei Vortex trun- catus, pictus und Derostomum Schmidtianum, nach meinen Untersuchungen noch bei 3 neuen später zu beschreibenden Species, letzteres (das Vorkommen paariger Keimstöcke) finde ich bei V. viridis, balticus und pellucidus. Die Eier sind stets hartschalig. Während bei allen Vortex-Species die Begattungsorgane im hinteren Körpertheil lico-en, finden sich dieselben bei Derostomum Schmidtianum unmittelbar hinter dem Schlünde, noch vor der Mitte des Körpers. Darnach kehrt sich die Lage der Hoden und Dotterstöcke auch um, indem deren blindes Ende nach hinten, ihr ausführendes nach vorn sieht. 47 YorteX. Ehrenberg. Vordere Oeffiiung des Schlundes kreisrund. Vortex viridis mild. Tab. III. fig. 4. 5. Fasciola Helluo O. F. Mi'iUer. Verm. terr. et fluv. historia I. 2. p. 04. Planaria Helluo O. F. Müller Zool. Dan. HI. pag. .39. Tab. ^^\ . (ig. .3. Hypostnmum virlde O. Schmidt d. rhahdocoelen Strudehv. pag. 30. Tab. 1. (ig. 4. Dicsiiig Systema Hclmintb. I. pag. 229. Distigma? Helluo Diesing 1. c. pag. 188 •). Körper 1 — 11'" lang, :\ — ^"' breit, vorn abgestumpft, hinten zugespitzt, fast cyUndrisch, schön blattgrün gefärbt. Zwei schwarze Augen. Es giebt auch eine ganz weisse Varietät. O. Schmidt hat diese Art ausführlich beschrieben , und ich habe seinen Angaben nur wenig hinzuzufügen. Dass der grüne Farbstoff unter der Haut histologisch und che- misch mit dem Chlorophyll der Pllanzen vollständig übereinstimmt, wurde pag. 16 ff. auseinandergesetzt, lieber die Haut und deren Stäbchen vergl. Tab. I. fig. 1. Das Cen- tialnervensystem Tab. III. flg. 4.a ist deutlich als Doppelganglion mit .3 jederseits abge- henden Nerven erkannt worden. Die Gestalt der Augeuüecke fand ich selten nieren- förmig, wie Schmidt als Regel angiebt, meist oval. Die Lage der iMundöffnung fig. 4. a ist wie bei allen Derostomeen eine nicht ganz constante. Ich sah dieselbe namentlich bei jungen Individuen unmittelbar an der vorderen Körperspitze , meist jedoch dicht vor oder zwischen den Augen, seltener so- weit hinter denselben, wie O. Schmidt auf Tab. I. fig. 4. o. abbildet. Der Sclüund ist schon oben beschrieben. Die Papillen an seiner vorderen Oeffnung habe ich wie Schmidt auf Tab. U. fig. 4 b. p. angiebt, ebenfalls gesehen, aber die Vertheilung der sich an ihr ansetzenden Aluskeln ist eine andere, als die auf dieser Figur dargestellte. Die Anord- nung der Wassergefässstämme habe ich nicht vollständig verfolgen können , doch sah ich bei jungen durchsichtigen Individuen zwei Stämme im vorderen Körpertheil und ehien im hinteren reichlich verästelt. Die Generationsorgane bestehen aus den beiden Hoden fig. 4. gg, welche, sich allmähhg nacJi hinten verschuiälernd, in die beiden vasa deferentia hh übergehen, und 1) Es ist keinem Zweifel unterworfen , dass die Müller'svhe Planaria Helluo mit Hypostomum Schm. identisch, wenn auch in der Abbildung die Augen fehlen, in der Beschreibung sind sie erwähnt. Die von Diesiiig angeführten zahlreichen Synonyme zu PI. Helluo habe ich nicht vergleichen können, und desshalb weggelassen. Wie die Infusorien -Gattung Distigma bei Diesing unter die dendrocoelen Turbellarien geräth, ist unerklärlich. 48 sich in die Samenblase i inüiulen. Aus dieser gelangen wir zu dem eigenthümlichen ()r"-an k. welches schwerlich anders als ein Begattungsglied wird gedeutet werden können. Die Gcschleehtsöflnung liegt unmittelbar hinter denisell)Cii . auf dem Kücken des Thieres. Durch dieselbe gelangen wir einerseits in eine lange nuiskulöse Scheide ni, andrerseits in einen dickwandigen weiten, ebenfalls muskulösen Sack, die Eiertasche 1». Ersterc führt an ihrem sehr zarten Ende in die Samentasche n, und nimmt kurz vorher die beiden Dotterstöcke vv und die Keimstöcke oo mit ihren Ausfiihrungsgän- gen auf. Von dieser Beschreibung weichen die Angaben Sclintidts insofern ab. als er nur einen Hoden und einen Keimstock sah , und die Scheide nicht im receptaculum se- minis enden soll, sondern sich noch über dasselbe in einen die beiden Dotterstöcke aufnehmenden Canal fortsetzt (Vergl. seine Abbildung Tab. I. (lg. 4 a.) Die Bildung des Eies beschreibt O. Schmidt richtig so, dass Dottermasse, Ei- keim und Same rückwärts durch die Scheide in die Eiertasche treten, und hier nun die Bildung der harten braunen Schale beginnt. Sobald ein Ei fertig ist, tritt es in die Leibeshölile neben den Verdauungskanal. Wahrscheinlich wird es durch die Oeff- nun" 1 ausgeleert . tritt jedoch nun nicht durch die unmittelbar neben derselben lie- o-ende GeschlechtsölTnung in der Haut nach aussen, sondern fällt in die Leibeshöhle. Hier häufen sich die übrigens nicht runden (wie Schmidt abbildet), sondern länglich ovalen Eier oft bis zu der enormen Zahl von 30 und einigen an (wie mein Freund Dr. F. Müller und ich beobachteten), ehe Anstalten zum Ausleeren gemacht werden. AVie das Eierleo-en geschieht, ist noch nicht erkannt worden , ebenso wenig ist eine Entwickelung des Embryo in den Eiern gesehen. V ort ex viridis ist in kleinen Wiesengräben und Teichen, welche im Som- mer austrocknen, seit mehreren Jahren und immer wieder an iJenselben Stellen in der Nähe von Greifswald beobachtet. Ganz junge Exemplare fand ich Anfang December. Den ganzen Winter hindurch waren sie reichlich vorhanden, allmählig an Grösse zunehmend, und wie schon pag. 17 erwähnt wurde, häufig ohne die Chlorophyllkömer, ganz weiss. In der warmen Stube hatte ich schon Anfang Februar geschlechtreife Individuen, im Freien fanden sich dieselben erst Ende März. Die Zahl der farblosen Individuen nahm immer mehr ab , und im April konnte ich nur unter 20 — 30 grünen ein farbloses Indi- viduum erhalten. Im I\Iai fanden sich letztere gar nicht mehr. Läno-ere Zeit im Dunkeln aufbewahrt werden auch die grünen Thiere durch Bleichen und Schwinden des Clüorophylls fast farblos. Vortex balticus nov. spec. Tab. IV. fig. 1 — 4. Körper ^ — ^"' lang J'" breit, vorn abgestumpft, hinten zugespitzt, fast cylin- drisch. hellbräunlich. Zwei schwarze Augen. 49 Diese Art. welche sehr häufig im seichten Wasser der Ostseekiiste in der Niihe von ürcif'swahl gefunden wird, gehört zu den kleinsten llhabdocoelen. In der Gestalt bat sie Aehnlichkeit mit Vortex pictus O. Schmidt. Dicht hinter dem vorderen, meist abgestumpften, aber auch zu einer Spitze gestaltbaren Vorderendi! liegen zwei kleine schwarze Augen, bald oval bald mehr nie- renförmig. Sie ruhen unmittelbar auf den durch eine Hrücke mit einander verbundenen Centralnervenganglien (flg. 1. a) auf. Die INlunilüirnung (flg. 1, c) ist sehr ausdehnbar, wie fig. 3. zeigt. Schlund und IMagen bieten nichts Aussergewöhnhches dar. Samenbereitende Organe sind zwei zu jeder Seite der hinteren Schlundöifnung liegende kugelförmige Drüsen hg. 1. gg, welche, mit Spermatozoiden und deren Entwicke- lungsstufen gefüllt , sich in zwei lange , enge vasa deferentia fortsetzen , und im hinteren Körpertheil in die Samenblase einmünden. Dieser sitzt nach hinten gerichtet der Fla- schenhals -ähidiche harte penis i auf^ welcher eine kurze, an der Ausmündung etwas er- weiterte Röhre darstellt, und von einem hackenartigen soliden Fortsatz überragt wird. Hinter ihm findet sieh die Geschlechtsöffnung k. Die Dotterstöcke (fig. 1. mm) sind zwei lange schmale cylhidrische Schläuche, ohne Ausbuciitungen. Jeder derselben nimmt an seinem hinteren Ende den Ausführuno-s- gang eines der ebenfalls doppelt vorhandenen Keimstöcke nn auf, in deren jedem 10 — 14 Eikeime liegen. Die vereinigten Ausführungsgänge der Keim - und Dotterstöcke münden in der Nähe des Organes 1 , einer zusammengefallenen Blase , welche ich für das receptacu- lum seminis halte, zusammen, und stehen mit einem weiten sehr dünnwandigen Sack, der Eiertasche, in Verbindung, welche sich über die Samenblase und Keimstöcke er- streckt, und aus diesem Grunde in der Abbildung weggelassen wurde. In derselben entwickelt sich zur Zeit immer nur ein Ei, welches sich durch seine Grösse und da- durch auszeichnet, dass dasselbe stets zwei Keimbläschen enthält, welche sich schon im Eiersacke zu zwei Embnonen ausbilden (fig. 2.). Ob dieselben auch hier ausschlüpfen habe ich nicht beobachtet. Dieses Turbellarium, Avelches das häufigste an unserer Küste ist, wurde vom April bis in den Spätherbst in geschlechtsreifen Exemplaren beobachtet. Jedoch ka- men zu gleicher Zeit auch immer junge Thicre vor. Im März wurden letztere aus- schliesslich gefunden. o^ Vortex pellucidiis nov. spec. Tab. IV. fig. 5. Körper 1'" lang, l'" breit, etwas abgeplattet, vorn wie hinten gleichmässig verschmälert, ganz farblos und durchsichtig. Keine Augen. Diese seltene, ivie die vorige an der Küste der Ostsee gefundene Art könnte vielleicht mit Vortex coecus Örsted. 1. c. pag. 66 identisch sein. Doch fehlt ihr das von Örsted als penis gedeutete, kreuzweis gestreifte Organ. 50 Das Cciitralnervensystem a ist ähnlicli wie bei Opistomum pallidum. Doch wurden mir zwei Nervenfäden, einer nach vorn, einer nach hinten, jederseits erkannt. Der Verdauuiigsapparat bietet nichts Eigenthümiiclics dar. Die Hoden gg sind wie bei V. balticus kugelförmige, neben dem Schlünde lie- gende Drüsen mit langem vas deferens. Die Samenblase h, von cylindrischer Gestalt und in der Mitte etwas eingeschnürt, nimmt die letzteren an ihrem hinteren Ende auf. Vorn geht sie in einen langen der GeselilechtsölTnung k zugewandten penis i über, welcher eine feine Rühre darstellt, an seiner Oeffniing von einer langen, biegsamen Uorste über- ragt. Eine eigentliümliche, einer gelappten Drüse nicht unähnliche, feinkörnige Masse 1 befindet sich in der Umgegend der Samenblase, üeber ihre Bedeutung können nur Ver- nnithungen gehegt werden. Von den weiblichen Gencrationsorganen sind nur die doppelten Dotter- und Keimstöcke beobachtet worden. Erstere mm sind zwei keulenförmige Schläuche, letztere nn stellen blinde Anhänge derselben dar, welche mit einer breiten Basis, in welcher sich die grössten Eikeime befinden, den Dotterstöcken aufsitzen. Die vereinigten Ausfüli- rungsgänge beider Organe laufen gegen die Geschleehtsöffnung k hin. Ihr Ende konnte jedoch ebenso wenig wie eine Scheide und ein receptaculum seminis erkannt werden. Das einzige Exemplar dieser ausgezeichneten Art, welches mir vorgekommen ist, wurde durch Abspülen von Algen am flachen Strande bei Greifswald im September erhalten. Derostoniimi örst. N'ordere Oeffnung des Schlundes eine enge Spalte. Derostomum Scliinidtianum mUd. Tab. IV. fig. (J-T; Derostomum unipunctatum Orsted Entwurf etc. pag. 06. Tab. II. fig. 25. O. Schmidt die rhabdocoeleii Strudelwürmer etc. pag. 30. Tab. II. fig. 5. 5 a. 5b. Turbella uiii|)iinctata IHesing Systema heim. I. pag. 2"25. Turbella .Schmidtiaiia Diesing eod. loe. Körper 1.^— '2'" lang, .^ — f" breit, abgeplattet, vorn abgerundet, nach hinten breiter werdend luid mit einer kurzen Spitze endend. Farbe weissgrau, selten grünlich. Zwei schwarze Augen. Diese von Orsted kurz beschriebene Art wurde von (). Schmidt einer ge- naueren Untersuchung unterworfen. Letzterer behielt den von Ersterem ganz unpassend nach dem zufälligen Vorhandensein eines Eies gewählten Namen bei. Dicsing hält die Orsted' >>c\\c Art ohne Grund für verschieden von der von Schmidt beobachteten , und 51 gab letzterer «len Namen Turbella Scluuid tiaiia. Ich nelime den meinem rreunde zu Einen gcwälilten Speciesnanien an Stelle des unpassenden älteren auf. Uic Uiesiiig'- sche Gattung Turbella, auf eine früher von Ehrenberg angewandte begründet, be- greift die verschiedenartigsten Thiere in buntem Gemisch, und kann kein Bürgerrecht erhalten. Was ich der von O. Schmidt gelieferten Beschreibung zuzufügen habe, be- schränkt sich auf Weniges. Das Centralnervensystem (fig. 6. a) besteht aus zwei grossen, dicht aneinanderliegenden Ganglien, von welchen ein Nervenfaden nach hinten ausgehend erkannt wurde. Stäbchenförmige Körper von 0,ÜÜ4"' Länge sind an der vorderen Kör- perspilze angehäuft, und begleiten die Nervenfäden eine kurze Strecke nach abwärts. Das Augenpigment b b ruht den Ganglien jederseits unmittelbar auf. Nur in seltenen Fällen fand ich dasselbe in so scharf umschriebenen Anhäufungen , wie O. Schmidt es al)bildet. Meist bildete dasselbe sehr diffuse Pigmentflecke, welche in einzelnen Fällen die ganze vordere Körperspitze fast gleichmässig schwärzlich färbten. Den Schlund d finde ich dem Yordcrcnde näher als O. Schmidt angiebt. Seine vordere dem IMunde c zugekehrte Oeffnung wird von einem zierlichen aus strahlenartig divergirenden .Muskeln gebildeten Kragen umgeben, wie bei Vortex viridis. Beobachtet man das Thier bei starkem Druck unter einem Deckgläschen, so sieht man den Schlund meist mit runder vorderer Öffnung wie in fig. 9. Beim schnellen Schwimmen des Thieres, ungehindert durch irgend welchen Druck, nimmt der Schlund die in fig. 8. gezeichnete Gestalt an. Wie dieselbe zu erklären, wurde oben in der Einleitung zur Familie der Derostomeen auseinandergesetzt. Beim Ausleeren des Mageninhaltes aus der Mundöffnung, welcher Vorgang von sehr heftigen Muskelanstrengiingen begleitet wird, sah ich das Vorderende des Thieres wie in fig. 7. gestaltet. Wie bei allen Derostomeen liegen auch hier seitlich zwei cylindrische Hoden- schläuche gg. Da die Samenblase h sich unmittelbar hinter dem Schlünde befindet, so gehen die vasa deferentia abweichend von dem bisher gesehenen Verhalten von dem vor- deren Theil der Hodenschläuclie aus. Der penis stellt eine einfache harte Röhre dar, welche namentlich vor der vollständigen Geschlechtsreife mit einer feinkörnigen Masse ziemlich dicht angefüllt ist , und dadurch ein Ansehn erhält, als läge noch ein dunkler Körper in ihr. Neben dem penis liegen, wie dies O. Schmidt richtig abbildet, noch zwei ungefähr birnförmige Blasen, welche einen gemeinsamen Ausgang haben, die eine wahr- scheinlich das receptaculum seminis, die andere der Keimstock. In letzterem finden sich stets eine grössere Anzahl Eikeime vor, deren unterste, grösste sich durch die dunklen Körnchen, welche um das Keimbläschen herumliegen, auszeichnen. Spermatozoiden habe ich so wenig wie Schmidt in dem receptaculum seminis gesehen. Die Dotterstöcke mm sind zwei vielfach verzweigte und in ihren Verzweigungen mit einander anastomosirende Schläuche. Sie nehmen im geschlechtsreifen Zustande einen grossen Theil der hinteren Körperhälfte ein. In der Nähe des Keimstockes müssen dieselben einen Ausführungsgang haben, welcher die Dottermasse in die hier befindliche Eiertasche k leitet. In derselben 7* 52 entwickelt sich immer nur ein Ei auf ein Mal, welches, nachdem es eine harte braune Schale erhalten und einige Zeit von der i^Iutter herumgetragen worden, bevor nocii eine Enibryoentwickeiung begonnen, ausgeleert wird. In den ersten Tagen des Januar wurde Derostomum Schmidtianum zuerst in der Länge von 1'" in einem kleinen Wiesengraben in ziendicher Menge beobachtet. "Von den Geschlechtstlieilen wurde nur der noch unentwickelte penis wahrgenommen. Die meisten der in der warmen Stube aufbewahrten Thiere zeigten nach Verlauf von etwa 14 Tan-en ein liartschaliges Ki , ohne dass sie an Grösse zugenommen hatten und ohne eine Spur von Hoden mit Sperraatozoiden zu zeigen. Am 4. Februar ^vurde in einem kleinen Teiche, welcher viel Opistomum pallidum und Mesostonium tetragonuni enthielt, ein vollkommen au.sgewachsenes Thier gefunden, welches nach Verlauf einiger Tao-e ein hartsciialiges Ei entwickelte, und dasselbe einen Tag nachher ausleerte. Von Spermatozoiden war in der Samenblase noch keine Spur. Erst Ende März wurden die ''männlichen Geschlechtstheile in vollständiger Entwickelung gefunden. Mesostomea. Mundöffnung in derMitte oder nahe der Mitte des Körpers. Schlund ringförmig, einem Saugnapf ähnlich. Einzige Gattung: Mesostomum. Die hierher gehörigen Turbellarien ^vurdcn zuerst von Diiges^) als Untergat- tung der Derostomeen unter dem Namen Mesostomum zusammengefasstj von Örsled^) zur Familie erhoben, und in die geuera Mesostoma, Strongylostoma, Typhloplana und Macrostoma vertheilt. Die drei ersten Gattungen sollen sich .so von einander unterscheiden, dass, während bei Mesostoma die Mundöffnung in der Mitte des Körpers oder etwas hinter derselben liegt, diese bei Strongylostoma sich vor der iMitte linden soll. Ty pliloplana^) ist durch die Abwesenheit der Augen von den beiden vorhergehenden ausgezeichnet. 1) Ann. d. Sc. nat. 1 Ser. Tom. XXI. pag. 76. 2) Entwurf etc. pag. 67. 3) Die (Jattiing Typliloplana »vurde von Ehrcnbcrg in den Symboüs physici.s für die Müller'sdmn Arien Planaria grisea, fulva und vi ri data aufgestellt, und, durch den Mangel der Augen cliaracterisirt, den Dendrocoelen untergeordnet. Später in den Ab- band), der Acad. d. Wissensch. zu Rerlin 1835 |)ag. 245 wurden noch die Dugi's' scheu Derostom a pol ygastr um, IMesos tomuni viridatum und Planaria coeca der Gattung Typliloplaiia vindiiirt, und ihre Stellung bei. den Dendrocoelen bestätigt. 53 Ueber die Örsicd'schc Gattung Stroiigylosto iili luibe icli keine Beobach- tungen zu machen Gelegenlieit gehabt. (Jrstcd's Angaben reiclien aber zur Begründung dieses genus nicht aus. Strong ylostonia assimile, welches mit Dero Stoma fusiforme Diiges (I. c. T. XXI. pl. H. (ig. 17.) identisch sein soll, scheint mir ein wahres Mesostomum, und Strongylostoma radiatum, identisch mit Plan, ra- diata O. F. Malier (Zool. Dan. Tab. lOtJ. fig. 1.), mit allerdings etwas vor der 31itte liegendem Munde, kann, ehe die übrige ürganisatioi) nicht genauer bekannt \vird, zur Begründung eines neuen genus nicht verwandt werden. Die Gattung Typhloplana, deren ich z^vei Species, T. viridata und eine neue beobachtete, unterscheidet sich von Mesostomum nur durch den iMangel der Augen. Verdauungs- und Gesclilechtsapparat, auch die Vertheilung der \\"asseigefässe sind bei beiden Gattungen wesentlich gleich. Es Iragt sich nun, ob wir auf obigen Unterschied hin berechtigt sind, die Gattung Typhloplana festzuhalten. Ich muss diese Frage mit nein beantworten. Es würden, wenn wir bei sonst gleicher Organisation nach dem Vorhan- densein oder dem Mangel der Augeullecke der Turbellarien Gattungen bilden wollten, Consequenzen zu ziehen sein, deren Durchführung ich mir nicht gestatten könnte. Der oben beschriebene Vortex pellucidus, Monocelis unipunctata, Macrostomuni aui'itum (siehe unten), alle diese Species würden von den Gattungen, bei welchen sie sehr wohl untergebracht werden konnten, abgetrennt werden müssen. Somit habe ich auch die Gattiuig Typhloplana fallen lassen, und sind denmach die beiden durch O. Schmidt Avohl begründeten Species nebst der von mir beobachteten neuen, welche ichiMesostomum pratense neinie, und in einer folgenden Abtheilung beschreiben werde, dem genus Mesostomum unterzuordnen. Was endlich die vierte der Oi'sted'schen Mesostomeen- Gattungen betrifft, 31a- crostoma nämlich, so ist diese der abweichenden Form der 3Iundüt)nuug wegen von Ü. Schmidt naturgemäss in die Familie der Schizostom eeu verwiesen. Somit bleibt nur die eine Gattung Mesostomum übrig. Schon in dem ersten Capitel dieser Beiträge „über die Organisation derRliabdo- coelen im Allgemeinen" ist dasjenige, was die Mesostomeen gemeinsam auszeichnet, mit eingellochten. Eine vollständige Zusammenstellung der Organisationsverhältnisse dieser Familie verspare ich mir auf eine bald auszugebende zweite Abtheilung dieser Beiträge, Wegen Mangels an hinreichendem Material konnten die Beobachtungen noch nicht zu dem gewünschten Abschluss gelangen. Ich beschränke mich daher jetzt auf die Beschrei- bung zweier in mancher Hinsicht ausgezeichneter neuer Species. Örsted erkannte bei einigen der oben genannten lilülli-r' svhen Arten den gradcn, nicht verzweigten Darnikanal, "ie ihn schon Ditr/es für PI. viritlata angegeben, und stellte, indem er die iMundöffnung "ie bei Mesostomum gelegen fand, die (iattung Typhloplana zu den Khabdocoela ISI esostom ea. Dieselbe Stellung bat diese Gattung naturgemäss bei O Schmidt bebalten. 54 K Mesostomum obtusuin nov. spec. Tab. V. flg. 1. Körper 1 — li'" lang, i — .1 '" breit, llacli, vorn uml iiliiteii abgestumpft. Farbe weiss. Drei sehr «lilVuse sclnvarze Augeiiflecke an der vorderen Spitze. Das Gentrainervensystem ist wegen der grossen Menge von stäbclienförinigen Körpern, welche zusammen mit dem diffusen Augenpignient die vordere Spitze des Thieres Hndurclisiclitig machen, niclit erkannt worden. Die Stäbclien .sind klein. 0.006 — 0,007'" lan"-, tlieils frei, tlicils in Zeilen eingeschlossen unter der Haut liegend. Lange, gestielte Stäbchenzelien, ähidich den von Mesostomum tetragonum auf Tab. I. fig. 25. abgebilde- ten stehen mit der vorderen Stäbchenanhüufung in Verbindung. Das Augenpigment zeigte sich bei den beiden von mir beobaoliteten Exemplaren sehr diffus in der ganzen vorderen Spitze des Thieres verbreitet. Drei dichtere Figmenthaufen konnten jedoch leicht unter- schieden werden, welche bei beiden E.xemplaren eine gleiche Lage hatten. Der Schlund b liegt hinter der Mitte des Körpers und bietet sowie der mit grünen und braunen Speiseresten und mit vielen Fetttröpfchen gefüllte iMagen nichts Ausserge- wöhnliches dar. Von den Geschlechtstheilen ist ein langer cylindrischer Hodenschlauch c eine Samenblase d, zwei Dotterstöcke gg und der Keimstock f erkannt worden. Alle diese Organe münden im hinteren Körpertheil zusammen. Der Hode enthält die Entwik- kelun°-sstufen der Spermatozoiden in der bei IMonocelis beobachteten und pag. 30 be- schriebenen Form. Die reifen Spermatozoiden sind fadenförmig , und in der Samenblase d an°"ehäuft welche jedoch auch als weibliches receptaculum seminis gedeutet werden könnte. Ein Beo-attungsglied fehlt merkwürdigerweise vollständig. Die Dotterstöcke, lange cylin- drische Schläuche ohne Einschnürungen oder Ausbuchtungen, reichen bis in den vorderen Körpertheil hinauf. Wo sie zusammenmünden findet sich der Keimstock, aus einzeln nebeneinander liegenden und nicht von einer gemeinsamen Haut umschlossenen Eikeimen bestehend. Eine Entwickelung von Eiern ist nicht beobachtet worden. Ich fnnd diese Art in einem bewachsenen Graben im Juli in 2 Exemplare». Mesostomum marmoratum nov. spec. Tab. V. fig. 2. 2«. 2,5. Körper 1'" lang, \"' breit, vorn abgestumirft, hinten zugespitzt, hellbraun mit schwarzbraunen Adern. Zwei mit einer Linse versehene Augen. In der ansehnlich dicken, farblosen Hautschicht finden sich viele kleine stäbchen- förmige Körper (Tab. I. fig. 16.), und eben solche auch in der vorderen Kürperspitze unter der Haut in bedeutender Menge abgelagert, ähnlich wie bei der vorigen Art. Träger tler dunkeln Farbe de.s Thieres, namentlich der schwarzbraunen, verzweigten Streifen ist ein feinkörniges Pigment, welches unmittelbar unter der Haut liegt. Das Gentrainervensystem ist nicht erkannt worden. Die Augen sind nierenförmige, schwarze Figmentflccke. in 5 5 deren nach aussen sehender Concavität eine stark lichtbrechende Linse liegt. Der Mund und Scliluiid linden sich etwas hinter der JMitte des Körpers, üer iMagen liegt mit seiner grösseren Hälfte vor dem Schlünde. Von den männlichen (ileschicchtstheilen ist ein Hode c, Samenblase d, und der von derselben ausgehende, sehr lange gewundene penis ge- funden worden. Letzterer, eine enge harte Röhre darstellend, liegt zum grössten Theil in einer muskulösen, quergerunzelten Scheide, durch deren Contraction er aus der Ge- schleclitsütlnung e heraus getrieben wird. Das der Letzteren zugekehrte Ende, in tig. 2(3. besonders abgebildet, hat die Oellnung, zu welcher die Spermatozoiden herauszutreten bestimmt sind, nicht in der verlängerten Axe, sondern in einer seitlich diciit vor der äussersten Spitze abgehenden, kurzen Röhre o. Die ganze Länge des penis beträgt bei- nahe f der Körperlänge. Die weiblichen Geiierationsorgane bestehen aus dem im hinteren Kürpertheil gelegenen Keimstock f, und zwei Dotterstöcken gg, von welchen der eine bei dem in fig. 2 abgebildeten Thiere etwas verkümmert war. Scheide, receptaculum seminis und Eiertasclie sind nicht beobachtet worden. Diese in fig. 2 a. in ihrer natürlichen Farbe bei etwa Gmaliger Vergrösserung ab- gebildete Art wurde an der Ilachen Küste der Ostsee bei Greifswald an Algen, doch selten, angetrofl'en. Geschlechtsreife Thiere wurden erst nach dem April, aber den ganzen Som- mer hindurch, nie jedoch mit Eiern, gefunden. Schizostomea. Mund eine Längsspalte nahe dem vorderen Körperende. Ein mus- kulöser Schlund fehlt. Gattungen : Schizostomum. Macrostoraum. (). Schmidt^') stellte für eine neue Species mit vorderer, spaltförmiger Mund- öfluung die Gattung Schizostomum, und für diese und das genus Macrostomum Örsi., mit gleichgestalteter Mundöffimng, die Familie der Schizostomeen auf. Erstere Gattung, M'clche ich bloss aus der Beschreibung bei Schmidt kenne, hat bis auf die Mundölfnung grosse Aehnlichkeit mit Mesostomum. An Stelle des ringförmigen Schlun- des findet sich ein ganz ähnlich gestaltetes saugnapfartiges Organ, welchem jedoch eine zum Darmkanal führende Oeft'nung fehlen soll. Die Generationsorgane sind, so weit sie erkannt wurden, denen vieler Mesostomeen ganz gleich. Auch das Gebären lebendiger Jungen, welches unter allen Rhabdocoelen bisher nur in letztgenannter Familie bekaimt ist, kommt bei Schizostomum vor. 1) Die rhabdocoelen Strudelwürmer etc. pag. 21. 54. 56 Die Gattuiig Alacrostomum. welche sich von der vorliergelienden durch die Läse des Mundes zii den Augen, das Felilcii des Saugnapfes und durch die Anordnung der Gescldechtstheiic untersclieidet. enthalt bei Örslcd^) '2 Species, Macrostonium hvstrix und appendi culatum. Letztere, nach der Planaria appendicula ta von O. Vubricius'^^ aufgestelU. ist, wie ich mich aus der betreffenden Abbildung über- zeun-t liabe, identisrli mit Ersterer. Diese wurde schon von Diiges beobachtet, später von K/irciihrrff. endlich von (). Schmhit. Von der inneren Organisation ist ausser den sehr entwickelten stäbchenförmigen Körperchen der Haut, und der Lage der Augen und des Verdauungscaiials Nichts weiter bekannt geworden, als dass Örsted und Schmidt den schon von Elirenherg gesehenen liarten, hackenartigen penis und letzterer noch zwei im hinteren Körpertheil liegende Eier abbildeten. Ich habe ausser INlacrostomiim hvstrix noch eine neue Species in der Ostsee beobachtet, die ich M. auritum nenne wegen des in der vorderen Spitze des Tliieres liegenden Otnlithen (Tab. V. fig. 4. a). Mund und Verdauungskanal sind ähnlich wie bei I\I. hvstrix. Die Anordnung der Geschlechtstheile stimmt bei beiden Species in dem nierkwürdi"-en Verhalten überein, dnss Keimstücke und Dotterstöcke nicht wie bei den übrin-en Rhabdocoelen getrennt, sondern in einem und demselben Raum vereinigt sind. Sowohl hierdurch als auch durch die bei M. hystrix im Darmkanal vorkommende Flim- merbewe°'ung bildet die Gattung Macrostomum den üebergang von den Rhabdocoe- len zu der folgenden Abtheilung der Turbellarien, den Proctucha. Macrostomum Ch-sted. Mundöffnung hinter den Augen oder dem Otolithen ■ o Macrostomum hystrix örst. Tab. V. fig. 3. Planaria appendiculata O. Faliruius. Kongel. Danske Videnskabernes Afhand- litiger II. pap;. 17. Tab. L B. L 2. Derostoma platurus Duges. Ann. d. .sc. nat. 3 Ser. Tora XV. pag. 14'2. Tab IV. üg. 7. Turbelia platyura Ehrenlirrg Symboiae phy.sicae. Phytozoa Turbellaria. Ab- band!, der Acad. der \Viss. 1833. pag. "JSi. Diesinij Sy.stenia helminth. I. pag. 223. Älacrostonnim hystrix Örstrd Ent^vurf etc. pag. 72. Tab. II. fig. 28. 29. 34. O. Schmidt die rhabdoc. Strudehv. etc. pag. 54. Tab. V. (ig. 15. Turbelia appendiculata Divsing I. c. pag. 224. Turbelia hystrix Diesing 1. c. pag. 224. 1) Entwurf etc. pag. 72. 2) Kongel. Danske Videnskabernes Afliandlinger II. pag. 17. Tab. I. B. 1. 2. 37 Küiper 1'" lang, ]'" breit, fast cyliiidriscli. vorn al)j!;eriindet, liinten in einen platten, zum Anheften dienenden Sciiwanz ausgcliend. Farbe weiss. Zwei kleine schwarze Augen. Die Haut dieser Art ist ausgezeiclinet durch die vielen slübchenfonnigen Körper, welche in ihr liegen, und zum Theil aus ihr hervorragen, und dem Körper ein stacheli- ches Ansehn geben. Schon i'Jrstcd hat dieselben richtig beschrieben und abgebildet. Es sind meist zu dreien mit einander vorl)iindene. O.OOri'" — O.OOS"- lange, pfriemenförmige Körperclien, \\elche mit dem gemeinsamen breiteren Ende oft eine Strecke weit über die Oberfläche der Haut hervorragen. Ihre IMenge ist bei verschiedenen Individuen sehr ver- schieden. Bei dem in fig. 3 abgebildeten Thiere waren sie nur in geringer Anzahl vor- handen. *) Einzelne längere, sehr zarte, steife Borsten sitzen in wechselnder Menge zwi- schen den Wimpern. Dieselben gleichen den auf der Haut der Dendrocoelen und Nemer- tinen vorkommenden Borstenhaaren. Das Centralnervensystem gleicht dem von Vortex balticus auf Tab. iV. fig. I.a abgebildeten, und besteht aus zwei durch eine Brücke verbundenen (ianglien, welchen die klei- nen schwarzen, runden Augenflecke unmittelbar aufsitzen. Der Mund a stellt einen Längs- spalt in der Haut dar, von strahlig divergirenden blassen Muskelfasern umgeben. Dieser und der hinter ihm beginnende, gegen das Körperparenchym nicht scharf abgesetzte Magen sind einer bedeutenden Erweiterung fähig. Ich sah ein Individuum, welches 20 und mehr Brachionen in seinem Magen beherbergte, und zu einer unförmlichen Dicke ausgedehnt war. Auf den Objectträger gebracht gab es bald einen grossen Theil der meist noch lebenden Räderthiere durch den INIund von sich. Im Grunde der Mund- und der Magenhöhle (bei b)ist lebhafte Wimperbewegung, durch \velehe an letzterem Orte die Speisereste in steter Rotation erhalten werden. Zur Seite des Magens, nicht weit von der Mundöffnung, liegt auf jeder Seite ein ovaler Hode cc, mit Spermatozoiden in den beiMunocelis geschilderten Entwickelungs- stufen gefüllt. Der obere Theil der vasa deferentia wird von den weiblichen Ge- schlechtstheilen verdeckt. Im hinteren Körpertheil wurde ein ziemlich breiter, blasser Canal d aufgefunden, welcher sich bei e in eine mit Spermatozoiden gefüllte, gestielte Blase erweiterte, und desshalb als vas deferens angesprochen wurde. INie konnten zwei solche Canäle aufgefunden werden. Hinter der Samenblase geht dieser Canal in einen erst muskulösen , dann harten, hakenartig gekrümmten penis f über, welcher seiner ganzen Länge nach durchbohrt ist. Eine Geschlechtsöffnung wurde bei h gesehen. Dieselbe ist von vielen strahlenartig angeordneten, runden, sehr blassen Körnchen umgeben, welche in der Haut liegen, und vielleiclit Papillen sind. Ob der penis zu dieser ziendich entfernt 1) Leider sind auf dieser AI)bil(Iung die Stäbchen des hinteren Kürperlheils in umgekehrter Ij^s^c gezeichnet viordeii. Dieselben ragen nicht mit der Spitze, sondern wie im vorderen Kiirpcrtheil mit der Basis aus der Haut hervor. 8 58 lieo-eiulcn Oeffnung ausgestossen werden kann, niiiclite bezweifelt werden. Eine zweite, dem penis nähere Oeffnung ist aber niclit erkannt \vorden. Die Eierstiicke sind zwei zur Seite des Magengrundes hinter den Hoden befnidiiche kegelförmige Schläuche gg, in deren vorderem engeren Theile einzelne Keimbläschen, nur von wenig Dotterniasse umgeben, hegen. Nach hinten häuft sich letztere immer mein- an, Einschnürungen treten am Eierstocke auf, die künftige Isolirung der Eier andeutend, end- lich sclniürt sich der unterste Theil mit einem Keimbläschen und der dazu gehörigen Dot- termasse ab, und liegt jetzt frei, von einer farblosen iMembran umgeben, neben der Ge- schlechtsöffnung. Eine harte Schale scheinen die Eier nicht zu bekommen, sondern bald, ehe noch eine Embryoentwickelung begonnen , gelegt zu werden. Selbst ein Anfang zum Furchungsprocess war an diesen Eiern nie sichtbar. Ich habe wie (J. Fabririiis diese von anderen Forschern nur im süssen Wasser beobachtete Art sehr liäufig in der Ostsee am Ilachen Strande und in einer Tiefe von einigen Füssen zusammen mit Monocelis agilis, Microstomum lineare und Vortex balticus angetroffen, und zwar von Anfang Sommer bis in den Herbst geschlechtsreif. Macrostomiim auiituni ?niJn. Planaria excavata O. Fabricius I. c. pag. 26. Tab. \\. M. Monocelis excavata Diesing. Systema helminth. I. pag. 187. Körper l—\"' lang, l'" breit, platt, vorn etwas verschmälert, in der Glitte meist eingeschnürt, hinten abgestumpft. Farbe weiss. Keine Augen, aber ein Otolith in der Nähe der vorderen Körperspitze. Es ist kaum zweifelhaft, dass schon O. Fabricius dieses schöne, durchsichtige Turbellarium beobachtete. Seine Abbildung giebt zwar nur die Körpergestalt und die Lage des Otolithen durch einen hellen Punkt an. In der Haut finden sich nirgends stäbchenförmige Körperchen. Das Centralner- vensystem ist nicht erkannt worden. Der in der Nähe des vorderen Endes liegende Ge- hörapparat a besteht aus einer durchsichtigen Blase mit eigenthümlich lichtbrechender Flüssigkeit und einem kugeligen Otolithen, und ist von dem entsprechenden Organ bei Monocelis nur dadurch unterschieden, dass die beiden kleinen seitlichen (Jehörsteinchen fehlen. Der Mund b ist eine weite, sehr ausdehnbare Hautspaltc, deren strahlenförmige » Muskeln jedoch so blass sind, da.ss die ganze Spalte sehr leicht übersehen wird. Der Magen wurde mit einzelligen Algen gefüllt gefunden Wimperbewegung, wie bei Macro- stonium hystrix, konnte in demselben nicht wahrgenommen werden. \\\\ hinteren Körperendc liegt eine mit fadenförmigen Spermatozoiden gefüllte Blase f, und unmittelbar auf dieser eine nniskulöse Papille mit centraler Oeffnung e, das Begattungsglied. Die den Samen bereitenden Organe liegen wahrscheinlich mehr im vor- deren Körpertheil, von den grossen Eierstöcken bedeckt. In dem sehr durchsichtigen Parenchym der unmittelbaren Un)gegend der Saincnblase fanden sich mehrere untereinander 59 zjsaiuineiiliiiiigeiHle, wasserklare Hohlr/iiime g, die man für Ilodciibläsclien lialteii künnte. Uocli \vur(leu keine iSiierniatozoiden in denselben gesehen. Die Eierstöcke stellen lange keuleniörniige Scliläuclie dar, in dereji oberen» neben der Mundülliiiing liegenden Ende cc Keimbläschen hi grosser Menge dicht nebeneinander liegen, während in dem unteren Theile sich Dottermasse zwischen denselben ansanmielt. Einschnürinigen, eine spätere Ablösung von Eiern andeutend, finden sich wie an den Eierstücken von Macrosto- mum liystrix. Ich fand diese Art im seichten Straiidwasser der Ostsee bei Greifswald in wenigen Exemplaren im Sommer und Herbst des Jahres 1849. Später ist sie nicht wieder gefun- den worden, und es konnten die damals in der Beobachtung gebliebenen Lücken nicht ergänzt werden. O. Fabricius sah sie im Meerwasser bei Kopenhagen. III. Einiges über Nemertinen. Nemertinen shid diejenigen Turbcllarien, welche einen geraden Darm mit After und einen hervorstreckbaren oft bewaffneten Rüssel haben. Sie wiu'den in der pag. 3 gegebenen Eintheilung als 4te Ordnung der Turbcllarien überhaupt, als 2te der 2ten Unterklasse derselben, der Turbellaria proctucha. aufgeführt. Meine Beobachtungen über die Nemertinen beschränken sich auf die einer Art aus der Ostsee und einer aus dem süssen Wasser. Beide Species sind neu. Erstere gab er^vünschte Gelegenheit zur Verfolgung der Entwickelungsgeschichte, welche bisher noch von keiner Nemertine bekannt geworden war. Letztere ist durch ihre Organisation nicht weniger wie durch ihr Vorkommen in süssem Wasser interessant. Es wurde schon in der Einleitung pag. 6 u. 7 erwähnt, dass einem Organ bei den Nemertinen von verschiedenen Beobachtern die verschiedenste Bedeutung unterge- legt worden. Von Manchen als Begattungsglied aufgefasst , sahen Andere in diesem Or- gan den Darm, noch Andere einen vom Darm ganz isolirten, selbstständigen Rüssel. Erstere Ansicht suchte in neuster Zeit Örsled') geltend zu machen, als HaupUertreter der zweiten ist Quatrefages^) zu nennen, während Rathke^). Freii und Leuckart*^ und 1) Entwurf etc. ])aj5. 1i. •2) Ann. d Sc. nat. 3. Ser. Tom. VI. pag. 173. 3) Neuste Schriften der naturforschenden Gesellschaft in Danzig. 1842 Bd. 3. Heft 4. p. 98. 4) Beiträge etc. pag. 76. 8* 60 V. Sicbold^) der letzten Ansicht sieb anschlössen. Ich habe mich schon an einem anderen Orte 2) für die letztgenannte Deutung ausgesprochen, und glaube jetzt durch die Beschrei- bung der neuen Süss>vassernemertine, zu welcher ich zunächst übergehe, den vollstän- digsten Beweis für die llichtigkeit dieser Ansicht beibringen zu können. Prorliynchiis stagnalis "ov. gen. nov. spec. Tab. VI. fig. 1. Körper 11 — '2'" lang, i'" breit, cylindrisch, vorn schmäler wie hinten, weiss. Allgen fehlen, der Rüssel ist kurz, nicht zum Umstülpen sondern zum Verstössen; dess- halb lie£;t die BcwalTnunn; desselben unmittelbar hinter der vorderen Oeffnung. Aufent- halt im süssen Wasser. Unter allen bisher bekannten Nemertinen ist keine, deren RüsselwafTe so nahe dem Vorderende des Thieres liegt, und in der Gestalt sich mit der unseres Thieres ver- gleichen Hesse. Daher war ich genöthigt, eine neue Gattung zu bilden. Das (^entralnenensystem der Nemertinen besteht nach Qnatrefages und Frey und Lcnckart aus zwei durch eine doppelte Brücke miteinander verbundenen Ganglien. So erkannte ich dasselbe auch bei Tetrastemma obscurum fig. 2. aa. Das Ner- vensystem von Prorhynchus stagnalis besteht auch aus zwei, aber auffallend blas- sen Ganghen fig. 1. aa, zwischen welchen nur eine Brücke gesehen %\-iirde. Von den Ganglien geht jederseits ein Nerve nach vorn zu den Wimpergrübchen b. b. Die Bedeutung dieser eigenthümlichen, bei dem grössten Theil der Nemertinen nach- gewiesenen, mit längeren Wimpern besetzten Hautgruben ist noch unklar. Der starke Nerv, welcher in vielen Fällen zu denselben hin verfolgt ist, macht die Vermuthiuig walnscheinlich , dass eine eigenthümliche Sinnesfunction denselben innewohne. Augen fehlen gänzlich. Nach hinten geht ebenfalls ein starker Nerv von jedem GangUon aus, und konnte bis in den hinteren Körpertheil verfolgt werden. Der Rüssel besteht aus einem vorderen, bewaffneten Theil d, und einem liinteren muskulösen e. Letzterer enthält im Innern einen Canal, welcher sich am hinteren Ende in eine Blase erweitert. Es ist wahrscheinlich, dass diese eine Flüssigkeit enthält, welche bei der Verwundung mit dem Stilet als Gift wirkt. Die Oeffiiung an der vorderen Körperspitze c dient dem Rüssel zum Austritt. Das Stilet besteht aus einer mittleren nagelartigen, scharfen Spitze, zwei accessorischen Stäbchen, welche etwa halb so lang als die Spitze sind, mit ihrem vorderen Theil derselben fest anliegen, mit dem hinteren etwas abstehen, und aus einer cylindrischen , vorn verschmälerten und an der Spitze durchbohrten Kapsel für das Stilet. Letztere besteht in ihrem vorderen Ende aus der- selben Substanz wie die Spitze, hinten geht sie in eine membranüse, schliesslich erwei- 1) Lehrbuch d. vcrgl. Anatomie pag. 57'2 2) Archiv für Naturgeschichte. 1840. pag. 289. 61 terte Röhre über, in welcher der muskulöse, qucrgeruiizelte Theil des Rüssels mit seiner Endblase liegt. Ganz getrennt von diesem Organ ist der ^'erdauungskanal. Derselbe be- ginnt mit dem schlauchförmigen Scldund e, -welcher neben dem Rüssel gelegen ist, und eine Strecke weit , vielleicht bis zur vorderen Oeftnung des Thieres, vorgeschobeu werden kann. Diesem folgt der Darm g, in gerader Richtung bis an das Hinterende des Thie- res verlaufend, und bei h mit dem After endend. Derselbe ist im angefüllten Zustande etwas buchtig, und lässt nur wenig Haum neben sich übrig für die (reschiechtstheile. hi seinem limern fanden sich viele Fetttröpfchen und dieselben dunkelkernigen Zellen , w eiche wir im Darm der Rhabdocoelen kennen gelernt haben. Gefässverästelungen von ausser- ordentlicher Zartheit, ohne contractile AVandungen und mit einer zitternden Rewegung im Innern . also wahrscheinlich Wassergefässe , konnten in dem vorderen durchsichtigeren Theile des Thieres erkannt werden. Die wenigen von mir aufgefundenen Exemplare waren alle Weibchen. Ein schlauch- förmiger Eierstock lag neben dem Darm in der hinteren Körperhälfte. Der schmälste Theil desselben k , in der Nähe des Afters gelegen , enthielt Eikeime in ziemlicher Blenge. Nach vorn fand sich um dieselben Dottermasse abgelagert, und einzelne Aus- buchtungen im Umfange des Schlauches schienen eine Neigung zum Abschnüren der vor- deren Theile des Eierstockes anzudeuten, gerade so wie bei Macrostomum. Ein iso- lirtes Ei i , ohne harte Schale mit Keimbläschen und gekernten Dotterzellen sah ich einige Male vor dem Eierstocke liegen. Eine Geschlechtsöffnung wurde nicht wahrgenommen. Prorhynchus stagnalis kommt bei Greifsw.ild in einem grossen Teich mit Torf- grund am Wege nach dem Dorfe Wackerow, doch selten, vor. Anfang April fand ich junge, noch keine Andeutung der Geschlechtstheile enthaltende Exemplare. Ende April und August wurden einige geschlechtsreife Weibchen beobachtet. Die zahlreichen bisher bekannt gewordenen Nemertinen - Arten stammen alle aus dem Meere. Zwei von Duffes ^) beschriebene Turbellarien scheinen jedoch eine Ausnahme zu machen; es sind dies die in Rcächen im Innern Frankreichs gefundenen Prostoma lumbricoideum und P. clepsinoideum. Ersteres von Ehrenherg in den Abhandl. der Acad. d. AVissensch. zu Berlin 1835 pag. 244 als Tetrastemma lumbricoideum aufgeführt. Körpergestalt und Augenzahl dieser beiden Arten sowie das Vorhandensein eines Afters berechtigten zu der Vermutliung, dass es Nemertinen gewesen seien, welche Duges beobachtete. Für letztere Art ist diese Annahme durch Beobachtungen meines Freundes Dr. F. Miiller, mündlichen Mittheilungen zufolge, vollständig gerechtfertigt. Dieser fand bei Tetrastemma lumbricoideum, in der Nähe von Berlin gesammelt, den für die Nemertinen characteristischen Rüssel mit Stilet und Reservespitzentaschen. Zu dieser einzigen sicheren Süsswassernemertine kommt nun als zweite Prorhynchus stagnalis. Eine dritte Art beobachtete F. iW;V//p?* bei Greifswald in einem Torfmoor-Graben. I) Ann. d. sc. nat. 1 Ser. T. XXI. pag. 73. 74. 62 Dieselbe war etwa o'" lang, weiss, und hatte im Innern des Körpers das Stilet mit Sie sind nur in dem angeschwollenen Theil des Thieres ganz scharf, und verlieren sich allniählig dem dünneren Ende zu. Junge Exemplare besitzen die Streifen noch nicht, wie das zum Abschnüren bestimmte der fig. II zeigt. Doch ist die centrale Höhle auch hier schon sichtbar. In dem Darm derselben iNaide findet sich ein eigenthündiches Entozoon , der liota- torien - Gattung Albertia Dujardin angehörig. Dasselbe ist verschieden von der von Dujardin in der Leil)eshöhle von Regenn ürmern und dem Darm von Limacinen entdeckten Albertia vermiculus (Ann. d. sc. nat. 2 Scr. 1838. Tom. X. jiag. 175. Tab- II. fig. 1. 2. 3. Histoire nat. des infusoires 1841. pag. 65;i), der einzigen bisher bekannten Species. Ich nenne dasselbe .\lbertia crystallina. Auf Tab. VII. fig. 13. ist bei .300mal. Ver- grüsserung ein Thier abgebildet, welches in lebhafer Bewegung im Darm der Naide be- driflfen war. Der Körper ist cylindrisch , vorn etwas verschmälert und mit einem dichten Besatz von Wini|iern versehen, hinten ebenfalls verschmälert, und in einen scharf abge- setzten, spitzen, bewegliehen Schwanz ausgehend, welcher, wie (ig. 1-1- zeigt, nicht in der Axe des Thieres, sondern seitlich von derselben liegt. Die IMundöCFnung ist bei a; sie führt in einen kurzen Canal, in dessen Grunde der Greifapparat, wie eine Zange ge- staltet, liegt. Dieser kann bis an die Mundöffnung vorgeschoben werden. Einige drüsige Gebilde umgeben den Anfang des Darmes b, welcher im hinteren Körperende mit dem After c endet. Der neben dem Darm liegende Scblaiuh d ist der Eierstock. Er enthält viele Eikeime, um welche sich nach unlen allmhhiig Dottermasse ansammelt. Ein voll- ständiges Ei fand sich fast constant im hinteren Ende. Dasselbe liess stets das Keim- bläschen noch deutlich erkennen. Einzelne Eier von derselben Gestalt wurden hie und 70 Endlich bleibt uns noch die Gregarinenform zu besclu-eiben übrig, welche in Planaria toiva des süssen wie See-Wassers nicht selten ist Dieselbe, infig.18. in dem vollständig ausgebildeten Zustande dargestellt, gehört den Monocystideen nach Slein^) an, d. h. der innere, von der durchsichtigen Haut umschlossene Raum stellt eine einzige , nicht durch Quer^vände abgetheilte Höhle dar. Die femkörnige dunkle Masse im Innern ist an dem vorderen Ende wie an dem hhiteren in geringerer Menge enthalten wie in der Mitte. Hier liegt der für die Gregarinen characteristische Kern mit Kcrnkörperchen. Jüngere Formen sind in fig. 19. und 20. dargestellt. Eine Copulation zweier Individuen behufs der Bildung von Na^^cellen habe ich nicht beobaclitet. Dagegen fanden sich häufig ganz kuglige Formen, wie fig. 21., mit deuthchem Kern. Navicellen- Ijchälter, welche ich mit diesen Gregarinen in Verbindung biingen zu müssen glaube, sind in einzelnen Fällen vorgekommen. Der Inhalt derselben bestand aus Tausenden der fig. 22. dargestellten 0,002'" langen Körperchen. Das Vorkommen von Gregarinen in Turbellarien ist hier übrigens nicht zum ersten Male beschrieben. Kölliker^) und Frey und Leuckarl'^) beobachteten derglei- chen in Nemertinen. Aus Dendrocoelen waren jedoch noch keine bekannt geworden. da frei im Darm der Naide angetroffen. Von Gefässen mit schwhigendeii Wimperiäpp- chen, wie dieselben Dnjardiii bei seinen Species sah, habe ich nie eine Spur erkennen können. Diese Art unterscheidet sich von A. vermiculus durch ihre geringere Grösse, welche zwar nicht durch directe Messungen nachgewiesen ist, da bei Dujardiu derartige Angaben fehlen, und auch ich die Grössenbestimmung versäumt habe, w eiche sich aber durch V'ergleichung der Abbildungen in den Annales des sciences naturelles und den meinigen (beide bei SOOmaliger Vergrösserung angefertigt) ergicbt. Ferner fehlt der A. vermi- culus der abgesetzte Schwanz, letztere ist lebendiggebärend, während A. crystallina nur Eier zu legen scheint. Eine eigenthümliche Entwickelungsstufe unserer Albertia ist die kleine (ig. 17. abgebildete Form mit deutlich gegliedertem Hinterleibe, und ohne Spur eines Verdauungs- und Geschlechtsapparates. Nur das Greiforgan liegt vollstcändig entwickelt im Vorder- thcil. Dieselbe wurde frei im Darm und in lebhafter Bewegung angetroffen. Ganz uner- klärlich sind mir die in fig. 15. und 16. abgebildeten, behaarten Thiere geblieben, welche neben den normalen häulig vorkamen. Weiche, biegsame, unmessbar feine Haare bedeckten den ganzen Körper mit Ausnahme des Vorderendes. Dabei war die Be- weglichkeit des Thieres nicht beeinträchtigt. Nur die fig. 10. dargestellte behaarte Ent- wickelungsform schien abgestorben zu sein. 1) Müllers, Archiv. 1848 pag. 187. 2) Zeitschr. für wissensch. Zoologie von v. Siebold u. Kölliker. Bd. I. pag. I. 3) Beiträge etc. pag. 76. Dass Örsted Gregarinen aus Turbellarien beschreibe, wie Frey und Lcuckart behaupten, kann ich nicht finden. 71 Resultate'). 1. Die Haut der rhabrlocoeleii Tmbellarieii besteht aus einer weichen, homogenen, feinkörnigen Grundsubstanz, welche die Cilien trägt und in ilireni Innern viele wasserklare Hohlräume enthält. Sie gleicht hierin der Körpersubstanz der Infusorien und Hydren (der Sarcode DiijariUn, der ungeformten coiitractilen Substanz niederer Thiere Ecker), unterscheidet sich von derselben jedoch dadurch, dass sie beim Behandeln mit gewissen Reagentien namentlich, verdünntem Ammoniak, in regelmässige Stücke zerlegt werden kann, von denen ein jedes aus einem Complex von Hohlräumen und der dazu gehörigen Grund- substanz besteht. Eine Erklärung dieses Zerfallens konnte nur in der Annahme gefunden werden, dass jedes der regelmässigen Hautstücke aus einer Zelle entstanden sei. ^\an- dung und Inhalt der ursprünglichen Zellen sind glcichmässig zu der eigenthümlichen, der Sarcode ähnhchen Substanz metamorphosirt, deren Entstehung aus Zellen bisher noch nicht nachgewiesen war. Untereinander sind die ehemahgen Zellen jedoch noch nicht so weit verschmolzen , dass nicht durch chemische Hülfsmittcl eine Trennung noch möglich wäre. 2. Die stäbchenförmigen Körperchen der Rhabdocoelen und Süsswas- ser-Dendrocöelen bestehen aus einer eigenthümlichen Substanz, ausgezeichnet durch SchwerlösHchkeit in Alealien und Zerfliesslichkeit in Wasser und verdünnten Säuren. Von den Nesselorganen der Acalephen und Polypen sind sie sehr verschieden. Sie stehen bei vielen Arten in einer eigenthümlichen Beziehung zum Nervensystem, und wurden als walirscheinUch das feinere Gefühl der Haut erhöhende Gebilde angesehen. 3. Der grüne Farbstoff von Vortex viridis und Mesostomum viri- datum wurde als identisch mit dem Chlorophyll der Pflanzen erwiesen. Ebenso der von Hydra viridis und Stentor polymorphus. 4. Das Muskelsystem der Rhabdocoelen ist sehr entwickelt und besteht aus einem Haxitmuskelnetz, Muskeln zur Bewegung des ganzen Körpers und solchen zur Bewegung innerer Organe. Das Parenchym zwischen den INluskeln gleicht der „unge- formten contractilen Substanz niederer Thiere." 5. Das Nervensvstem ist in allen Familien der Rhabdocoelen nachgewiesen, 1) In diese Zusammenstellung konnten nur die vorzüglichster) histologischen, histologisch-che- roiscben, vergleichend-physiologischen und einige der zoologisch-systematischen Resultate aufgenommen werden, da die anatomischen Darstellungen und die Beschreibungen neuer oder wenig gel;annter Species keinen Auszug gestatten. 72^ uiul besteht aus zwei tlurcli eine Liücke verbundenen G.anglien oder einem Doppelgang- lion nebst von diesen ausgehenden Nenenfäden. 6. Sinnesorgane kommen bei den Rhabdocoelen als Augen niit und ohne l^inse und als Gehörorgane vor. 7. Die harten Theile des BegattungsgUedes bestehen aus einer dem Chitin ähnlichen, von diesem jedoch durch die LösUchkeit in kochender Kalilauge unterschie- tlenen Substanz. 8. Die harte Schale der Rhabdocoelen und Dendrocoelen - Eier be- steht aus Chitin, ebenso die von Clepsine, Nephelis und von Hydra viridis. 9. Der Folypenstock der Sertularinen und Campanularien besteht ebenfalls aus Chitin. 10. Die Gattung Monocelis Örsted gehört den Rhabdocoelen und nicht, wie bisher angenommen wurde , den Dendrocoelen an. Sie bildet zusammen mit der (Jattung Opistomum Schmidt die Familie der Opistomea. 11. Die Familie der Derostomea umfasst die Gattungen Vortex Ehrenhcrg und Derostomum Orsted. Hypostomum Schmidt ist mit Vortex zu vereinigen. 12. Die Famihe der Mesostomea enthält nur eine Gattung Mesostomum. Typhloplana Örsted und Strongylostoma Örsted smA mit Mesostomum zu ver- einigen. 13. Bei Tetrastemma obscurum nov. spec, einer Nemertine aus der Ost- see, wurden lebendige .hinge in der Leibeshöhle der erwachsenen Weibchen beobachtet, während man bisher bei Nemertinen nur die Fortpflanzung durch Eier kannte. Die Ent- wckelung derselben gescliieht ohne Metamorphose. 14. Die Bildung des Stilets dieser Nemertine geht so vor sich, dass der Handgriff gesondert als Kern einer Zelle entsteht, die .Spitze dagegen aus den schon vorher gebildeten seitUchen Spitzentaschen entnommen wird. Hieraus wurde gefolgert, dass die Spitzen der seitlichen Taschen auch später als wahre Reservespitzen anzu- sehen sind. 15. Bei derselben Nemertine, sowie bei Prorhynchus stagnalis, einer neuen Art aus dem süssen Wasser, findet sich ein Wassergefässsystem, dessen Anwesenheit bei Nemertinen bisher nicht bekannt \var. 73 Erklärung der Tafeln. Tab. I. (Die Vergrüsserung sämmtlicher Figuren, bei welchen dieselbe nicht besonders angegeben wurde, ist 350 Mal im Durchmesser.) Fig. 1. Haut von Vortex viridis. In derselben stäbchenförmige Körper, unter der- selben ('hlorophyllbläschen. - 2. Clilorophyllbläschen von Vortex viridis bei 600 mal. Vergrösserung. Dieselben sind durch Aneiiianderlegen eckig geworden. 2 a. Chlorophyllbläscben, welche durch langen Aufenthalt des Thieres im Dunkeln geschrumpft und entfärbt sind. 3. Durch Ammoniak isolirte Bläschen aus der Haut von Hydra viridis. - 4. Haut von Mesostomum tetragonum. Unter derselben braune Farbstoff- bläschen, in derselben stäbchenförmige Körper. - 5. Haut desselben Thieres nach der Behandlung mit Ammoniak. - 6. Abgerissenes Hautstück desselben , vermöge der aufsitzenden Wimpeni in lebliafter Bewegung. - 6a. Abgerissenes Parenchymstückchen von Vortex viridis, welches selbststän- dige Contractionen zeigte. In demselben Chlorophyllbläschen und Fetttröpfchen. 7. Haut von einem jungen Derostomum Schmidtianum. - 8. Durch Ammoniak isolirte Hautschüppchen eines erwachsenen Derostomum Schmidtianum. - 9. Haut vonProstomum lineare durch Imbibition mit Wasser theilweise verändert. - 10. Haut von INIesostomum rostratum mit Ammoniak behandelt , unter derselben das gleichmässig rothgefärbte Parenchym. - 11. Abgelöste Stücken der Haut von Mesostomum rostratum. - 12. Ansicht der Haut eines lebenden Mesostomum rostratum von oben. - 13. Hautschuppen von Opistomum pallidum durch Anunoniak abgelöst. - 14. Oberhautschüppchen von Opis tomum pallidum ohneCilien, durch Druck abgelöst. 15. Haut von Macrostomum hystrix. - 16. Haut von Mesostomum marmoratum. Unter derselben verzweigte Pigment- ablagerungen. - 17. Stäbchenförmige Körperchen aus der Haut von Vortex viridis bei 500 mal. Vergrösserung. Ebenso sind die von iMesostomum marmoratum. - 18. Stäbchen aus der Haut von Mesostomum tetragonum. 10 74 Fig. 19. Stäbchen von einer gemeinsamen Membran umschlossen, unter der Haut von M c s o s t o ni u m t e t r a g o n u ni. - 20. Stäbchen in Zellen liegend, ebendaher. - 21. Stäbchen aus der Haut von l'ianaria lactea. - 22. Dieselben nach anhaltendem Koclien mit Kalilauge. - 23. Vorderer Körpertheil von Mesostomum rostratum, um das Verhältniss der stäbchenförmigen Körper zu den Centralnervenganglien darzustellen, bei ISOmal. Vergrösserung. - 24. a. b. Reiheuweis geordnete Stäbchen aus dem Parenchj'm von Mesostomum te- tragonum. c. Stäbchen in Begleitung einer mehrere Anschwellungen zeigenden Faser, wahrscheinlich Nervenfaser, ebendaher, d. Zwei Anschwellungen aus dem Verlaufe einer Nervenfaser, ebendaher. - 25. Zelle mit Stäbchen, welche sich hi eine Stäbchenkette fortsetzen, ebendaher. - 26. Centralnervensystem von Opistomum pallidum. Bei a endigen die Fasern mit kleinen Anschwellungen in der Haut. - 27. Centralnervensystem von Frostomum lineare. Eigenthümliche granulirte Zellen bedecken die Nerveinnasse. - 28. a. Auge von Mesostomum marmoratum mit einer Linse, b. Auge von Vor- tex balticus. 29. Auge von Mesostomum tetragonum bei ISOmal. Vergrösserung. - 30. Hautmuskelnetz von V ort ex viridis. - 31. Patenchymmuskeln von Mesostomum tetragonum. Die Umbiegungeu entspre- chen dem freien Rande einer der 4 fliigelfürmigen Fortsätze. - 32. Abgerissene Muskelfäden ebendalier. - 33. Verzweigte Muskelfaser von Mesostomum tetragonum. - 34. Wassergefässe mit schwingenden Wimperlappen von Mesostomum tetra- gonum. - 35. Zellen der Magenwandung von Vortex viridis, bei SOOmal. Vergrösserung. - 36. Dotterstock eines jungen Vortex viridis. . 37. a. IMutterzellen aus dem Hoden eines jungen Vortex viridis, b. Tochterzellen ebendaher, c. Dieselben in die Länge gezogen, daneben reife Spermatozoiden. - 38. Spermatozoiden von Derostomum Schmidtianum in Bläschen eingeschlossen. - 39. Spermatozoiden von Opistomum pallidum auf verschiedenen Entwickelungs- stufen, a. aus dem Hoden, b. aus der Samenblase, c. aus dem receptaculum seminis. - 40. Spermatozoiden von Prostomum lineare, a. aus dem Hoden, b aus der Sa- nienblase. 75 Tab. II. N ,. Fig. 1. Monocelis agilis nov. spec. a. ütolitli, darüber eirt sclnvarzer Augciipigiiient- fleck. b. Scliluiitl. cc Hodeiiblüsclien. d. Sameiiblase. ee. vasa defeieiitia. ff. Keinistöcke. k. Gesclileclitsöfriiuiig. - 2. Ilodeiibläsclieii einer jungen Monocelis agilis. 3 — 7. Eiitwickelungsstiifen der Sperniatnzoiden. - 8. Vorderende von INlonocelis uni puncta ta (Jrsied a.Otolitli, darunter die obere Begrenzung des Centralganglions. - 9. Hinteres Ende von Monocelis unipunctata. b. Schlund, cc. Hoden, d'. Sanien- blase. p. penis. ff Keimstöcke, gg. Dotterstöcke. bi. Ausführungsgang der Keimstöcke ('?). d. receptaculum senn'nis (V). k. Geschlechtsött'nung. - 10. Sanienblase mit dem ausgestülpten Begattungsglied von Monocelis unipunctata. b. Widerhaken des letzteren, 500 Mal vergrössert. - 11. Samenblase und Begattungsglied einer Monocelis- Species, welche sich von Mo- nocelis unipunctata in der übrigen Organisation nicht zu unterscheiden schien. - 12. Hinteres Ende von Monocelis lineata Örsled. b. Sclilund. cc. Hodenbläs- chen, d. Samenblase mit einem papillenartigen penis. ee. vasa deferentia. ff. Keimstöcke, gg. Lotterstöcke, h. receptaculum seminis (?). i. Spermatozoidcn in Bläschen liegend, wahrscheinlich vom receptaculum seminis aus hierher gelangt. Tab. III. - 1. Opistomum pallidum O. Schmidt, a. Centralnervensystem . neben demselben Wassergefässverästelungen. b. Mundöffnung. c. Schlund, dd. Hoden, ee. vasa deferentia. f Samenblase, g. penis. h. Geschlechtsüffnung. i. Scheide, k. re- ceptaculum seminis. 1. Keimstock, mm. Dotterstöcke, n. Eiersack (uterus) mit zwei hartschaligen Eiern. Das unteie ist jünger, und die Schale noch heller ge- färbt. — Wassergefässe verästeln sich zahlreich im hinteren Körpertheil. Drei grössere Oefinungen derselben liegen in der ]\ähe der Geschlechtsöffiuing. . i. Hinteres Ende von Opistomum pallidum bei stärkerer Vergrösserung. Die Buchstaben bedeuten dasselbe wie bei Fig. 1. Die Wassergefässverästelungen sind noch zahlreicher. Zwei kleine Mündungen derselben liegen unmittelbar unter der Samenblase. - 3. Der penis von Opistomum pallidum vollständig ausgestülpt bei 36üfacher Ver- grösserung. - 4. Vortex viridis mihi (Hjpostomum Sc/im.). Die grünen Körnchen sind Chlo- rophyllkügelchen. a. Centralnervensystem. b. Auge. c. Mundöffnung. d, Schlund, e. Drüsenzellen zum Verdauungsapparat gehörig, gg. Hoden, hh. vasa defe- rentia. i. Samenblase, k. penis. 1. Linerc Geschlechtsöffnung. Dicht darunter 10* 76 » die äussere, ni. Scheide, ii. receptaculiim semiiiis. oo. Keimstücke, p. Uterus, rj. ein Ei in der Leibesliölile liegend, vv. Dotterstücke. Fig. 5. Sanienblase und Begattungsgiied im ausgebreiteten Zustande von Vortex viridis bei 36()mal. Vergrüsserung. a. Samenblase, in welche die beiden vasa deferentia einmünden, b. ductus ejaculatorius. Tab. IV. I. Vortex balticus nov. sp. a. Centralnervensystem. b. Auge. c. ^lundüffnung. d. Schlund, e. Drüsenzcllen. f. klagen, gg. Hoden, h. Samenblase, i. penis. k. GeschiechtsüU'nung. 1. receptacuium seminis (?). mm, Dotterstücke, nn. Keim- stücke. - 2. Ei von Vortex balticus aus der Eiertasche. 2 Embryonen sind in demselben fast vollständig entwickelt. - 3. Vorderende von Vortex balticus mit sehr ausgedehnter Mund- und Schlund- üfiiiung. - 4. Vorderende von Vortex balticus. Der Schlund zur Hälfte aus derJIundüffnun'' o hervorgestreckt behufs der Aufnahme von Nahrung. 5. Vortex pellucidus nov. spec. Bedeutung der Buchstaben wie bei Fig. 1. 6. Derostomum Schmidtianum mihi. Bedeutung der Buchstaben wie bei Fig. 1. k. ein hartschaliges Ei. 7. Vorderende eines jungen Derostomum Schmidtianum. Der Schlund zur Aus- leerung des Mageninhaltes erweitert und hervorgetrieben. 8. Schlund von D. Schmidtianum, in der Form, wie er beim schnellen Schwim- men des Thieres erscheint. Der enge Canal, welcher durch Auseinanderweichen der inneren Schlundwandungen von der vorderen ÜefFuung zur hinteren führt, gleicht einem Längsspalt des Schlundes. 9. Schlund desselben Thieres, unter einem Deckgläschen einem massigen Drucke ausgesetzt. Die gewühnlich eine Spalte darstellende vordere Oefinung ist rund wie bei Vortex. Tab. V. . 1. Mesostomum obtusuni nov. sp. An der vorderen Spitze drei difluse Augen- Hecke und viele stäbchenförmige Kürper. b. Schlund, c. Hode. d. Samenblase, f. Keimstock, gg. Dotterstücke. 2. Mesostomum marmoratum nov. spec. a. Auge mit einer Linse, b. Schlund, c. Hode. d. Samenblase. An derselben der lange röhrenförmige penis, zur Hälfte in einer muskulösen Scheitle liegend e. Geschlechtsölfnung. f Keimstock, gg. Dotterstücke. 2.a. Mesostomum marmoratum bei Gmaliger Vergrüsserung. 77 Fig. 2. /3. Das der Geschlechtsöffnung zugekehrte Ende des penis bei 300mal. Vergrösse- rung. o. Oeffnung desselben. 3. Macrostomum hystrix Ürsted. a. Mundöffnung, über derselben die beiden kleinen schwarzen Augen, b. Magengrund, in welchem Wimperbewegung, cc. Hoden, d. vas deferens. e. Sanienblase. f. penis. gg. Eierstöcke, h. Ge- schleclitsöffnung. - 4. Macrostomum auritum nov. spec. a. Otolith. b. Mundöffnung, cc. Obere En- den der Eierstöcke, mit Keimbläschen gefüllt, d d. Untere Enden derselben, in wel- chen sich die Dottermasse um die Keimbläschen anhäuft, e. Papillenartiger penis f. Samenblase, g. durchsichtige Hohlräume in der Umgegen«! der Samenblase deren Bedeutung unklar geblieben ist. Tab. VI. - 1. Prorhynchus stagnalis nov. gen. nov. spec, eine Süsswasser-Nemertine. aa. die beiden Centralganglien des Nerversystems, bb. Wimpergrühchen. c. Oeffnung zum Vorstrecken des Rüssels, vielleicht auch Mundöffnung, d. Vorde- rer bewaffneter Theil des Rüssels, e. Hinterer, muskulöser Theil desselben, f. Schlauchförmiger, muskulöser Schlund, g. Darm. h. Afteröffnung, i. Ein Ei mit Keimbläschen und Dotterzellen, k. Der untere mit Eikeimen angefülUe Theil des Eierstockes. - 2. lunges von Tetrastemma obscurum nov. spec. IV" lang, aus der Leibeshöhle eines erwachsenen weiblichen Exemplares genommen, aa. die beiden Centralnerven- ganglien durch zwei Brücken miteinander verbunden, zwischen welchen der Rüssel hindurchläuft, a.a. die beiden Hauptuervenstämme. bb. Wimpergrübchen, c. Rüs- selöffung. d. Vorderer, inwendig mit Papillen besetzter Theil des Rüssels, e. mitt- lerer, solider Theil desselben mit dem Stilet und den Reservespitzentaschen, f. Hinteres Ende des Rüssels, gg. Darm. h. After, ii. Wassergefässe. kk. Rhyth- misch sich contrahirende ßlutgefässstämme. - 3. Vorderer Theil des ausgestülpten Rüssels mit dem Stilet an der Sptize und Papillen an der ganzen Oberfläche. - 4. Hauteines jungen Tetrastemma obscurumbei SOOmal.Vergr. Inderseiben viele wasserhelle Hohlräume u. Pigmentkörnchen. Unter derselben feine Hautmuskelfasern. - 5. Bläschen, in welche die Haut bei Ammouiakzusatz zerfällt. - 6. Jiuigste der beobachteten Tetrastemmen, aus der Leibeshöhle der Mutter genom- men, Y\f"' lang. a. Centralnervensystem. Von Augenflecken ist noch keine Spur da. b. der Rüssel ohne Stilet oder Reservespitzen. - 7. Mittlerer Theil des Rüssels eines jungen Tetrastemma obscurum von |"' Länge aus dem ^lutterleibe. Die Reservespitzentaschen haben sich gebildet. An der Stelle des künftigen Stilets findet sich eine Zelle mit granulirtem Kern a. . S. Derselbe Theil eines jungen Tetrastemma obscurum von ^"' Länge aus dem Mutterleibe. Der granulirte Kern der Zelle a, welcher später zum Handgriff des 78 Stilets wird, h.it sich vergrössert. Zwei Spitzen sind aus den Reservespitzenta- schen ausgewandert, und liegen in der IMitte vor der Zelle. Fig. 9. Derselbe Theil eines Tetrastemnia obscurum von \"' Länge aus dem Mutter- ieibe. Die Zellenwand um den granulirten Kern hat die 4seitige Gestalt angenom- men, wie die durchsichtige Stelle im Umkreise des Stilethandgriftes grösserer Thiere. Vergl. fig. 2.3. Zwei Spitzen liegen vor diesem Organ, wie in der vori- gen Figur. - lU. a. Reservespitzentasche eines erwachsenen Tetrastemma obscurum. - 10. b. Stilet desselben Thieres. Tab. VII. (Die Vergrüsserung sämmtlicher Figuren, bei welchen dieselbe nicht besonders angegeben, ist 300 Mal.) . 1. — 5. Opalina polymorpha aus dem Darm von Planaria torva. Der helle Streif im Innern der Thiere ist ein contractiles Gefäss älnilich der contractilen Blase der Infusorien. Fig. 1. '2. a. heile, scharf umschriebene Stellen im Hinterende; welche wahrscheinlich zu der bei Fig. 4. ö. a. befindlichen Ablagerung einer fein- körnigen IMasse in Beziehung stehen. Fig. 5. in der Theilung begrillen. - 6. Junge, noch unbewegliche, unbewimperte Opaline aus Planaria torva. - 7. a. b. c. Navicellen ähnliche Körperchen aus einer Cyste, in welcher viele hundert derselben bei.sannneji lagen. Aus Planaria torva. - 8. 9. Opalina uncinata aus dem Darm von Planaria Ulvae. a. Wie bei Opa- lina polymorpha. Fig. 9. in der Theilung begriflen. - 10.11.12. Opalina lineata aus dem Darm von Nais littoralis. Fig. 12. Junges Exemplar. Fig. 11. In der Theilung begriflen. - 13-17. Albertia crystallina nov. spec. aus dem Darm von Nais littoralis. - 13. Vollständig ausgebildetes Exemplar, a. Vorderende mit AVimpern besetzt mit der MundöfTnung. Hhiter derselben der zangenartige Kau- oder Greifapparat. b. Darm. c. After, d. Eierstock, an dessen hinterem Ende ein reifes Ei. - 14. Hinterende desselben Thieres von der Seite gesehen. Das bewegliche, spitze Schwänzende an den Körper geschlagen. - 15. Eine vollständig ausgebildete Albertia crystallina, auf der ganzen Oberlläche mit feinen, weichen Härchen bedeckt. - lü. Eine noch unentwickelte Albertia, bewegungslos und ebenfalls mit feinen Här- chen überzogen. Vom Darm und den Geschlechtstheilen keine Spur zu sehen. - 17. Eine noch unentwickelte Albertia, beweglich. - 18 19 20 21. Gregarinen aus dem Darm von Planaria torva. -22. Navicellen aus einer Cyste, welche wahrscheinlich durch Modification von Gre- garinen hervorgegangen war, bei SOOmal.Vergrösserung, aus Planaria torva. Verbesserungen. Pag. 5 Zeile 11 von unten - Nemertincn lies Neincrtinca. pallidus lies pallida. verschiedener lies verschiedenen. Waschen lies Wachsen. hinter Spermatozoiden fehlt ein ; hinter Videnskabernes einzuschalten : Selskabs naturvid. og mathem. Ebenso pag. 56 Zeile 1 und 12 von unten. - 15 - 13 von unten - 16 - 12 von oben - 18 - 13 - - 35 - 22 - - 38 - 3 - Druck der Königl. i/uiver$ität8 - Druckerei von F. W. Kunike in Greifewald. / j '^^■t^p • r .0» t /r 0,00 o i iJ \ /;,/. / o • o ... « ■\» ir\ II v 't #- "-'J V ÖJ^ •v- •.>,;<>-o- ir k \ D Ta.i.n. 1^^ wm mi m" 3 * /■ >^f^ ,."' 3 :;«wv;j'- o l'U .•^■^^;o| .■■■-*»^- 15:^1^ o .o i'^ X >»-^ ///. \ >< ■*;• ,1 ■' r^ .J-tb;; :-^ //■ 'Jiyf'i •», / i V 1 •.■.^Äi^-ViJÖ -4 f^' r^Ä-- 'i ■■// t / * if '•!■ d-^-A .//" .'lyfA**^^ A.X " H' h'a^iyt.TrAi'M^f ■ ' ' ^■cril(?-'y>'-''-*--^y^ rai / \ y i'1 H-; ■■:•■- c*' o ^i^Ä""«! li /-\ «' \ -t . * • /./^ // I\ ;l -i I f .VJMi^.-u t/^ /iM r// o ■'■^ .l/-^'MM^f ^,/ /f ^Ätf'^M^O^MAv J 3^f5 fO ,^*^•* X ' • ^K *^. \ «»' j»